Die Aromapflege

Grundlagen der Aromapflege

 

Die Aromapflege ist ein Teilbereich der Aromatologie [Aromtherapie] und vorweg möchte ich an dieser Stelle ganz klar zwischen der Aromapflege und der Aromatherapie differenzieren. Die Aromatherapie, als Bestandteil der Phytotherapie, gehört stets in die Hände eines erfahrenen Therapeuten und in diesem Artikel beschäftige ich mich ausschließlich mit der Aromapflege, nicht mit der Aromatherapie. Es gibt ätherische Öle, die eine toxische Wirkung aufweisen können und deshalb möchte ich darauf hinweisen, dass eine Verwendung als „Interna“ [also innerlich] auch zu Intoxikationen und anderen Nebenwirkungen führen kann.

 

Heute ist die Aromapflege eine anerkannte Methode innerhalb der Gesundheits- und Krankenpflege [unter anderem], sie kann auf unterschiedliche und individuelle Weise adjuvant und somit unterstützend eingesetzt werden.

 

Was sind ätherische Öle?

 

Bei den ätherischen Ölen handelt es sich um Gemische biochemischer Verbindungen, die von Pflanzen stammen und in unterschiedlichen Pflanzenteilen in Öldrüsen gespeichert werden. Ätherische Öle werden so zum Beispiel aus Blüten, Blättern, Nadeln, Samen, Rinden, Ästen, Früchten, Wurzeln etc. gewonnen. Ätherische Öle kommen in der Natur in flüssiger Form vor und sie sind stets flüchtig, d.h., sie verdunsten in die Luft. Ätherische Öle unterscheiden sich dabei von durch Pflanzen gebildeten "fetten" Ölen.

 

Ätherische Öle sind grundsätzlich:

  • stark riechend

  • nicht hydrophil [wasserlöslich]

  • jedoch lipophil und somit in Ölen und anderen fettigen Substanzen löslich bzw. mischbar

  • sie enthalten eine Vielzahl unterschiedlicher Substanzen

  • ihre Molekularstruktur ist besonders klein

  • hochkonzentriert

  • vielseitig wirksam, denn sie wirken sowohl auf physischer als auch auf psychischer Ebene

Merke:

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Naturstoffe und in der Regel werden sie niemals pur auf die Haut aufgetragen. Es gibt wenige Ausnahmen, so wie beispielsweise Lavendel fein. Manche Öle können die Haut reizen, dabei sollten sie nicht mit Wasser abgewaschen werden, sondern eher mit einem fetten Öl oder Milch abgewischt werden.

 

Gewinnungsarten ätherischer Öle:

  • Wasserdampfdestillation

  • Kaltpressung

  • Extraktion

  • Verdünnungen [ver- und gebrauchsgerecht]

Warum haben ätherische Öle beim Menschen eine intensive Wirkung?

 

Grundsätzlich handelt es sich bei einem therapeutisch eingesetzten ätherischen Öl im Grunde um ein „Arzneimittel“ und doch gibt es dabei einen entscheidenden Unterschied. Anders als bei allen anderen Sinneswahrnehmungen ist die gesamte Olfaktorik sehr stark an Emotionen gebunden. Diese Tatsache führt dazu, dass uns ein ganz bestimmter olfaktorischer Reiz in Form eines Duftes im Handumdrehen in die Vergangenheit, an einen bestimmten Ort oder in eine ganz bestimmte Situation befördern kann. Dies vermag nur die Macht des Duftes und ebenso vermag ein ganz individueller Duft längst vergessene Erinnerungen in uns hervorzubringen und lebendig werden zu lassen. Dies ist, unter anderem, der Grund für die Macht des Duftes und somit auch für die Macht der Aromapflege.

 

Doch ätherische Öle können nicht nur unser gesamtes Wohlbefinden massiv beeinflussen, sondern auch auf die gleiche Weise das Gegenteil bewirken. Umso wichtiger ist es, den richtigen Duft zu finden und mit ihm so umzugehen, als sei diese Ressource besonders knapp und wertvoll. Tatsächlich handelt es sich bei vielen hochwertigen Ölen um ein kostbares und knappes Gut, doch dazu mehr im weiteren Verlauf.

 

Auszug aus „Ketoga“ | Kostbare Essenzen | Die Macht des Duftes | Franzius Verlag 2018

 

"Der Mediziner bezeichnet den Geruchs- und Geschmackssinn als sogenannten chemischen Sinn. Chemisch deshalb, weil er eben durch ganz unterschiedliche chemische Substanzen (Duft- und Geschmacksstoffe) in Gang gesetzt wird. Dabei verfügen sowohl Zunge als auch Nase über ganz spezielle Rezeptoren, die beim Eintreffen eines Duft- oder Geschmacksstoffes eine ganze Kaskade an Signalen auslösen. Und nun wird das Signal über mehrere Strukturen in unserem Körper in unser Großhirn weitergeleitet, hier findet dann eine Bewertung statt und unser Gehirn reagiert mit einer ganz bestimmten Empfindung auf diesen Reiz. Wir können auf diese Weise mehrere tausend verschiedene Düfte unterscheiden. Bereits beim Eintreffen eines Duftes werden ganz bestimmte Verdauungsreflexe ausgelöst. Aber auch akute Gefahr kann dadurch signalisiert werden, denn wir alle schrecken auf, wenn wir den Geruch von Feuer wahrnehmen. Unser Geruchssinn unterliegt dabei einer stark lustbetonten Komponente, diese Komponente ist dafür verantwortlich, dass durch bestimmte Geruchsstoffe unsere Stimmung und unser Wohlbefinden beeinflusst werden kann.

 

 

 

 

 

Ähnlich verhält es sich mit dem Geschmackssinn, denn über ihn entschieden unsere Vorfahren, ob eine Speise genießbar oder eben ungenießbar war. Auch hier wird über den chemischen Reiz eine Kaskade an Signalen ausgelöst und ganz bestimmte Prozesse eingeleitet. Dazu gehören unter anderem die reflektorische Speichel- und Magensaftsekretion. Sie kennen das alle, wenn wir uns eine richtig saure Zitrone allein schon vorstellen, verstärkt sich die Speichelsekretion in unserem Mund. Wir sind sozusagen konditioniert. Und die Konditionierung möchte ich uns nun zunutze machen, denn wir können dafür sorgen, dass wir durch diese Konditionierung positive Emotionen fördern und unser Wohlbefinden enorm steigern können.

 

In der Naturheilkunde, dem Ayurveda und der Traditionellen Chinesischen Medizin, aber auch im Alten Ägypten haben Duftstoffe bereits seit Jahrtausenden ihren festen Platz. Zunehmend arbeiten wir in unseren Krankenhäusern ebenfalls mit den positiven Effekten, die durch den Einsatz ätherischer Öle ausgelöst werden können. Dabei folgt die sogenannte Aromapflege einem uralten und einfachen Prinzip: Sie will sowohl die Vitalität fördern und erhalten als auch die Ressourcen des Patienten nutzen und seine Selbstheilungskräfte aktivieren – mit Erfolg!

 

Es gibt eine Reihe von klinischen Studien, die belegen, dass ätherische Öle eine therapeutische Wirksamkeit aufweisen. Dazu gehörigen u.a.:

  • Lavandula officinalis [Lavendel]

  • Mentha piperita [Minze]

  • Eucalyptus

  • Melissa officinalis [Melisse]

  • Pimpinella anisum [Anis]

  • Foeniculum vulgare [Fenchel]

 

 

 

Zusammensetzung der ätherischen Öle

 

Die Wirkung von ätherischen Ölen wird durch ihre Zusammensetzung bestimmt, dabei machen Terpene mehr als 90% der Inhaltsstoffe aus. Ein weiterer wesentlicher Bestandteil sind die sogenannten Phenylpropanen. Aufgrund der komplexen chemischen Strukturen der ätherischen Öle ist das Auftreten von Resistenzen so gut wie gänzlich ausgeschlossen. Ferner enthalten die meisten ätherischen Öle Monoterpene, diese verfügen über die Eigenschaft, leicht durch Zellmembranen zu dringen und auf diese Weise können sie auch relativ rasch im Blut nachgewiesen werden [Beickler 2008].

 

Ferner bestehen ätherische Öle aus:

  • Monoterpen-Alkohole

  • Monoterpen-Ester

  • Sesquiterpene und deren Ketone und Alkohole

  • Monoterpen-Aldehyde

  • Monoterpen-Oxide

  • Monoterpen-Ketone

  • Phenole

  • Phenylpropane

  • Diterpene

  • Laktone

  • Cumarine

  • Furanocumarine

 

Die Anwendungsformen der Aromapflege

 

Raumbeduftung: Eine angenehme Wohlfühlatmosphäre kann durch den Einsatz von Duftlampen, aber auch Hydrolat-Sprays geschaffen werden. Dabei gilt stets der Grundsatz „Weniger ist mehr“, denn niemand soll von einer Duftwolke erschlagen werden, vielmehr soll ein Hauch kostbarer Essenzen stimulierend wirkend und Lust auf mehr schaffen. Die Raumbeduftung kann durch eine Duftleuchte erfolgen, dabei reichen wenige Tropfen eines ätherischen Öles bereits aus, um einen großen Raum zu beduften.

 

Einreibungen & Massagen: Einreibungen und Massagen sind deshalb von Vorteil, weil die Bestandteile der ätherischen Öle dabei tief in die Haut und somit in den Organismus eindringen können. Dabei sollte niemals unterschätzt werden, dass diese Bestandteile auch in den Blutkreislauf gelangen und auch eine systemische Wirkung haben können. Man sollte auch stets Bedenken, wie hoch konzentriert diese Öle [und wie viele einzelne Substanzen darin gelöst] sind.

 

Teil- und Vollbäder: Teil- und Vollbäder mit ätherischen Ölen können aktivierend wirken, aber auch entspannend sein. Teil- und Vollbäder eignen sich zur Hautpflege am ganzen Körper, aber auch insbesondere bei Unruhezuständen und Schlafstörungen. Die gesamte Anwendung sollte jedoch 15-20 Minuten niemals überschreiten und im Anschluss an ein Bad, sollte stets eine umfangreiche Hautpflege mit einem wohltuenden Körperöl durchgeführt werden.

 

- Wickel

- Auflagen & Kompressen

- Mundpflege

- Fußanwendungen

- Punktuelle Anwendungen

 

[Ende des Auszugs „Ketoga“ | Die Macht des Duftes]

 

 

 

Perkutane Applikation

 

Ätherische Öle, die perkutan angewendet werden, können aufgrund ihres geringen Molekulargewichtes sehr leicht über die Haut diffundieren, dabei gelangen sie in das gesamte Lymph- und Blutsystem. Innerhalb der Zellmembran werden diese dann als lipophile Substanzen integriert. Dadurch kommt es zu einer Veränderung innerhalb der Wechselwirkung der Zellmembranlipide untereinander, was einen veränderten Fluss von K+-, Na+- und Ca2+-Ionen zur Folge hat [Haber, Hille 2000].

 

Inhalative Applikation

 

Die Riechschleimhaut innerhalb der Nase ist lediglich wenige Quadratzentimeter groß, aber es befinden sich dort in der Regel etwa 30 Millionen einzelner und kleinster Riechzellen, die mit sehr feinen Zilien bestückt sind. Auf der Oberfläche dieser Zilien befinden sich Rezeptoren, die in der Lage sind, Duftmoleküle zu binden. Interessanterweise bildet jede einzelne Riechzelle lediglich einen spezifischen Rezeptortyp aus. Laut Zimmermann [2008] besitzt ein erwachsener Mensch rund 400 verschiedene Duftrezeptoren.

 

Dabei handelt es sich um nicht bewusst wahrgenommene Vorgänge, jedoch kann auch die bewusste Wahrnehmung eines Duftes als eine positive Erinnerung gewertet werden oder aber einfach nur als angenehm empfunden werden und es kommt zu einer Veränderung der physiologischen Vorgänge im Organismus:

 

Die Durchblutung wird angeregt, Skelettmuskulatur und Organe erhalten vermehrt Sauerstoff und ein vorhandenes Schmerzgeschehen kann auf diese Weise gezielt gelindert werden.

 

Wirkungsweisen ätherischer Öle [differenziert]

 

- Antibakterielle Wirkung

 

Die folgenden ätherischen Öle weisen aufgrund ihrer Zusammensetzung eine besonders starke antibakterielle Wirkung:

  • Bohnenkraut

  • Oregano

  • Nelke

  • Zimt

  • Thymian

Die antibakterielle Wirkung ist auf den besonders hohen Anteil an Phenolen zurückzuführen.

 

- Fungizide Wirkung

 

Die bereits aufgezählten ätherischen Öle mit antibakterieller Wirkung weisen zeitgleich eine fungizide Wirkung auf, besonders gegen Candida albicans.

 

- Antivirale Wirkung

 

Eine antivirale Wirkung kann bei fast allen ätherischen Ölen beobachtet werden. Die folgenden Öle sind aufgrund ihrer besonders guten Verträglichkeit und Potenz in diesem Zusammenhang von Bedeutung:

  • Teebaumöl

  • Zitronenöl

  • Eukalyptusöle

  • Melissenöl

  • Ysopöl

- Antiphlogistische Wirkung

 

Einen überragend antiphlogistischen Effekt besitzt die Kamille, dies gilt sowohl für den Teeaufguss als auch für das ätherische Öl. Ferner weisen Lavendel und Strohblume einen entzündungshemmenden Effekt auf.

 

- Expektorante Wirkung

 

Zu den schleimlösenden² und auswurffördernden³ Ölen gehören unter anderem:

  • Rosmarin²

  • Eukalyptus²

  • Fenchel³

  • Anis³

Eine Kombination wie etwa Rosmarin und Anis oder Eukalyptus und Fenchel machen durchaus Sinn.

 

Psyche und Nervensystem

 

Die Wirkung von ätherischen Ölen auf die Psyche sowie dem Nervensystem soll an dieser Stelle besonders deutlich gemacht werden. Stress, diverse ungünstige Umwelteinflüsse, Lebensweisen [C2-Abusus, Rauchen, Drogen etc. und vegetative Dystonie [Ungleichgewicht des Nervensystems]] führen nicht selten zu einer ganzen Reihe von Problemen:

  • Angstzustände

  • Panikattacken

  • Verdauungsprobleme

  • Darmreizungen und Entzündungen

  • Gastritis

  • Schlafstörungen

  • Kopfschmerzen

  • verminderte Leistungsfähigkeit

  • Rückenschmerzen etc.

Hier helfen oftmals jene Öle, die wir teilweise eher aus der Küche kennen. Dazu gehören unter anderem:

  • Majoran [Magen- und Darmbeschwerden, Schlaflosigkeit, nervöse Anspannung]

  • Estragon [Anspannung und Zerfahrenheit, Gedankenkreisen]

  • Wacholder [Muskel- und Gelenkbeschwerden, nervöse Anspannung]

  • Neroli [Angst und Panikattacken]

  • Lavendel [Schmerzen, Schlafstörungen]

  • Rose [Ängste, Stress]

  • Weihrauch [Depression, Angst]

  • Kamille [Reizbarkeit, Grübeln, Ängste, Sorgen]

  • Bergamotte [Depression, Anspannung, Schlaf- und Rastlosigkeit]

  • Ylang-Ylang [Herzrhythmusstörungen, Angst, Depression, Herzklopfen, Schlaflosigkeit]

  • Vetiver [Unruhezustände, Nervosität, Dystonie, Traumata]

  • Zitrone [Konzentrationsstörungen, Stimmungsschwankungen, Wadenwickel bei erhöhter Temperatur]

  • Orange [Krämpfe, Verdauungsprobleme, Erschöpfung, Stress, Schlaf- und Rastlosigkeit]

  • Melisse [Unruhezustände, Angst- und Panikzustände, Einschlafstörungen, Herpes liparis, Pruritus, Allergische Reaktionen]

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nebenwirkungen und Verträglichkeitstest

 

Wie bei jeder anderen Substanz können auch bei ätherischen Ölen Nebenwirkungen auftreten, auch kann es bei äußerlicher Anwendung zu allergischen Reaktionen kommen. Deshalb bedarf es einer entsprechenden Anamnese und die Verträglichkeit des gewählten Öles sollte stets durch das Auftragen einer geringen Menge an einer besonders empfindlichen Stelle zuvor getestet werden. Hierfür eignet am besten sich die Innenseite des Unterarmes bzw. des Ellenbogens.

 

Qualität

 

Auf synthetisch hergestellte Öle sollte für die Aromapflege aus vielerlei Gründen verzichtet werden. Ausschlaggebend für die höchste Qualitätsstufe sind Bezeichnungen wie „100% reines ätherische Öl“. Dabei sollte jedes ätherische Öl mit folgenden Attributen gekennzeichnet sein:

  • Pflanzenbezeichnung

  • Herkunftsland

  • Qualitätsangabe

  • Angabe der verwendeten Pflanzenteile

  • Lieferantenname

  • Füllmenge

  • Chargennummer

  • Sicherheitshinweise

Grundsätze der Aromapflege: Die Dosierung

 

Die Beschreibungen der Duftanwendungen basieren auf jahrelangen Erfahrungen und im Rahmen der täglichen Praxis müssen diese selbstverständlich individualisiert und angepasst werden. Doch gibt es einige Grundregeln, die die Arbeit mit der Aromapflege enorm erleichtern können:

Es gilt für den zu behandelnden "Patient":

  • Je jünger, desto sparsamer

  • Je leichter, desto weniger

  • Je sensibler, desto geringer die Dosis

  • Je älter der Patient, desto individueller

Für die Befindlichkeit unserer "Patienten" gilt:

  • Je größer der Schmerz oder das Leid, desto mehr Öl wird benötigt

  • Je chronischer die Beschwerden, desto länger die Behandlung

Für die Menge des ätherischen Öls gilt:

  • Je großflächiger die Anwendung, desto sparsamer

  • Je schwerer das Öl, desto weniger

  • Je frischer die Note, desto mehr Öl wird benötigt [Zitrone, Orange etc.]

Doch grundsätzlich gilt die Faustregel: Weniger ist definitiv mehr!

 

 

Die empirische Einteilung der ätherischen Öle

 

Aktuell gibt es in Deutschland mehr als 150 ätherische Öle, dies erschwert natürlich die Wahl des richtigen Duftes und trotzdem ist es möglich, die ätherischen Öle empirisch einzuteilen, also nach traditioneller Weise der Parfumhersteller zuzuordnen. Es wird dabei unterschieden zwischen Kopf-, Herz- und Basisnoten.

 

Kopfnoten

 

Ein Kopfnoten-Duft lässt sich in seiner gesamten Erscheinung erfassen und er bleibt etwa 30 Minuten erhalten, bis er dann wieder vollständig verschwindet. Bei den Kopfnoten handelt es sich häufig um intensive, frische Düfte, die eine erfrischende Sillage bilden. Diese Düfte ziehen unsere Aufmerksamkeit auf sich, sie machen wach, erfrischen uns, können kühlend und dabei anregend wirken.

 

Auf physischer Ebene wirken diese Öle oftmals antiviral, antibakteriell, schleimlösend und durchblutungsfördernd.

 

Typische Kopfnoten-Öle:

  • Eukalyptus, Lemongras, Minze, Rosmarin, Zitrone, Wacholder

 

Herznoten

 

Herznoten benötigen eine gewisse Zeit, bis sie sich vollständig entfaltet haben. Oftmals dauert dies mehr als 30 Minuten, um sich voll zu entfalten, halten danach jedoch bis zu 6 Stunden an und klingen danach erst wieder langsam ab.

 

Bei allen Herznoten handelt es sich um gefühlsbetonte Düfte und ihre Wirkung ist beruhigend, begeisternd, motivieren, sinnlich, inspirierend, tröstend und ausgleichend.

 

Auf physischer Ebene wirken diese Öle oftmals hautpflegend, heilend, entzündungshemmend und sie sind hautfreundlich.

 

Typische Herznoten-Öle sind:

  • Rose, Geranie, Kamille, Zypresse, Teebaum, Melisse und Ylang-Ylang.

Basisnoten

 

Ihren eigentlichen Duft entwickeln diese Düfte erst nach 1-2 Stunden und sie wirken nicht selten bis hinzu 24 Stunden, manche Düfte sogar noch länger. Basisnoten fördern unsere Konzentration, wirken beruhigend, wirken stärkend und schenken Kraft und Mut.

 

Auf der physischen Ebene wirken diese Öle häufig pflegend, beruhigend und sie wirken entzündungshemmend. Viele Basisnoten stammen von den festen Bestandteilen einer Pflanze, wie etwa Rinden, Hölzern und Wurzeln.

 

Typische Basisnoten-Öle sind:

  • Vanille, Weihrauch, Myrrhe, Vetiver, Zedernholz und Benzoe-Siam.

Es gibt jedoch auch Öle, die sich nicht vollständig den Herz- und Kopfnoten zuordnen lassen, zu diesen Ölen gehören u.a. Sandelholz und Patchouli.

 

Dosierungen für Aromapflegeprodukte

 

Bevor wir uns dem Herzen dieser Beitragsreihe zuwenden, den eigentlichen ätherischen Ölen, möchte ich noch auf die Dosierung der ätherischen Öle für ihren jeweiligen Verwendungszweck eingehen.

 

Gesichtskosmetika

 

Wenn die ätherischen Öle als kosmetische Gesichtsöle verwendet werden sollen, dann gilt die folgende Dosierungsempfehlung:

  • Bei sensibler Haut und Allergikern: 0,5 % - 1 % ätherisches Öl in Basisöl, das bedeutet umgesetzt 12-25 Tropfen ätherisches Öl auf 100 ml Basisöl [Mandelöl, Arganöl etc.].

  • Bei normal robuster Haut: 1,0 % - 2,0 %, demnach also 25-50 Tropfen auf 100 ml Basisöl.

 

Pflegeöle

  • Bei sensiblen Menschen: 1,0 – 1,5 %, also 25-38 Tropfen auf 100 ml Basisöl.

  • Bei nicht empfindlichen Menschen: 1,0 – 3,0 %, also 25-75 Tropfen auf 100 ml Basisöl.

Medizinische begründete Massageöle

  • 3,0 – 5,0 %, also 18-30 Tropfen auf 25 [!!!] ml Basisöl. Das Mischungsverhältnis ist hier von besonderer Bedeutung, insbesondere dann, wenn es sich um chronische Erkrankungen handelt, die behandelt werden sollen.

Wickel & Kompressen

 

Bei dieser Anwendungsform gibt es mehrere Möglichkeiten der Auflage. Die Wickel und Kompressen können entweder heiß-feucht oder kalt-feucht verwendet werden. Wann immer Wasser mit ins Spiel kommt, wie etwa bei einem heißen Wickel, muss unbedingt ein Emulgator miteingebracht werden, da sich das Öl ansonsten nicht im Wasser verteilen kann [ätherische Öle sind lipophil und nicht hydrophil]. Als Emulgator kann etwas Kaffeesahne oder Honig verwendet werden, dabei muss es sich nicht um große Mengen handeln. Wickel und Kompressen sollten mindestens 15-20 Minuten lang aufgelegt werden.

 

Waschungen

 

Für alle Arten von Waschungen eignen sich besonders die Hydrolate. Hydrolate sind das Nebenprodukt der ätherischen Öl-Gewinnung im Rahmen der Wasserdampfdestillation. Es können aber unter Zusatz von Emulgatoren die ätherischen Öle statt der Hydrolate eingesetzt werden. Für eine Waschung reichen 2-5 Tropfen des ätherischen Öles aus. Bei Hydrolaten sollte dem Waschwasser 2-3 Esslöffel Hydrolat beigemengt werden.

 

Teil- und Vollbäder

 

Für Teil- und Vollbäder sollte man das ätherische Öl zuvor in einem Emulgator [min. 2 EL] gelöst haben, bevor man es in die Wanne gibt.

 

-Erwachsene: 8-15 Tropfen + Emulgator

- Schulkinder: 6-10 Tropfen + Emulgator

- Kleinkinder: 4-6 Tropfen + Emulgator

 

Belebende und beruhigende Waschungen

 

Wenn die Waschung beruhigend sein soll und so beispielsweise am Abend vor dem Zubettgehen angewendet wird, sollte die Waschrichtung mit dem Haarwuchs erfolgen. Bei einer belebenden Waschung wird gegen den Haarwuchs gewaschen. Die Wirkung einer belebenden Waschung sollte an dieser Stelle nicht unterschätzt werden.

Sitz- und Dampfbäder

  • 4-6 Tropfen + Emulgator

Fußbäder

  • 4-6 Tropfen + Emulgator

Inhalationen

  • 1-2 Tropfen ohne [!] Emulgator

Naturparfüm

 

Bei Naturparfums werden etwa 20-30 Tropfen ätherisches Öl in 10 ml Basisöl oder Trägersubstanz zugegeben.

aperiamus.com | keto-gen.de |