Anatomie & Physiologie: Das Endokrinsystem Teil I

Ganz häufig stoßen wir in Beiträgen auf Bezeichnungen wie etwa

Endokrinologie, Endokrinsystem, Sekretion, Hormondrüsen, Synthese

etc. - in diesem sehr "speziellen" Beiträg möchte ich auf das menschliche

Endokrinsystem detailliert eingehen, denn es ist die Grundlage für das

Verständnis vielerlei Prozesse - auch im Zusammenhang mit einer ketogenen

Ernährungsweise. Ich möchte auch auf die einzelnen Hormone etwas

detaillierter eingehen und die wichtigsten etwas näher erläutern.

 

Endokrine und exokrine Drüsen

 

Das Endokrinsystem unseres Organismus besteht aus Drüsen, die ihr Sekret direkt – d.h. nicht über besondere Ausführgänge – in den Blutstrom sezernieren (absondern). Sie unterscheiden sich wesentlich von den exokrinen Drüsen, welche ihr Sekret durch Ausführungsgänge in ein Hohlorgan wie etwa Magen oder die Oberfläche der Haut (Beispiel: Schweißdrüsen) sezernieren.

 

Endokrine Drüsen nehmen Substanzen aus dem Blutstrom auf und synthetisieren daraus neue komplexere Substanzen, die wesentliche und lebenswichtige Vorgänge im Körper steuern.

 

Substanzen, die von exokrinen Drüsen sezerniert werden, werden Hormone genannt. Es handelt sich dabei um chemische Verbindungen, die eine Reihe wichtiger Funktionen übernehmen. Sie ermöglichen und integrieren die diversen Körperaktivitäten (in Zusammenhang mit dem NS), sie sorgen dafür, das bestimmte Gewebegruppen einheitlich auf einen Reiz reagieren, sie ermöglichen die Aufrechterhaltung der Homöostase, d.h. einen ausgeglichenen inneren Körperzustand und sie bestimmen schließlich die Geschwindigkeit und Form des Körperwachstum.

 

 

Die Hypophyse

 

Die Hypophyse ist eine Hormondrüse, gelegen in einer kleinen Einbuchtung des Keilbeins (Os sphenoidale) und maßgeblich bei der Regulation des Hormonsystems des Organismus beteiligt. Die Hypophyse ist mit dem unteren Teil des Hirnes durch einen stielartigen Fortsatz verbunden. Die Einbuchtung des Keilbeins wird auch als Türkensattel (Sella turcica) bezeichnet, die knöcherne Vertiefung der mittleren Schädelgrub liegt auf Höhe der Nase. Eine geläufige Bezeichnung ist im deutschen Sprachraum Hirnanhangdrüse, die lateinisch-anatomische Bezeichnung lautet Glandula piuitaria.

 

 

 

 

 

 

Die Hypophyse besteht aus zwei Strukturen (Teilen), sie weisen einen erheblichen Unterschied bezüglich Ursprung, Struktur und Funktion auf. Der vordere Teil, der sogenannte Vorderlappen, wird auch als Adenohypophyse bezeichnet, der hintere Anteil als Hinterlappen oder Neurohypophyse. Der schmale Gewebsstreifen zwischen beiden Teilen ist bekannt als Zwischenlappen.

 

Die Hormone des Hypophysevorderlappen haben einen weitgehenden Effekt auf andere endokrine Drüsen. Dies ist der Grund, warum dem Vorderlappen eine übergeordnete, zentrale Rolle zu Teil wird. Sie wird oft als übergeordnete endokrine Drüse bezeichnet. Die meisten Hormone dieser Struktur werden nach dem endokrinen Organ oder Körperteil bezeichnet, auf welches sie einwirken. Beispiele hierfür sind:

 

–    thyreotropes Hormon (TSH), welches auf die Schilddrüse einwirkt

–    adrenocorticotropes Hormon (ACTH), welches auf die Nebennierenrinde einwirkt

–    gonadotrope Hormone, welche auf die Geschlechtsdrüsen einwirken

–    somatotropes oder Wachstumshormon (STH), welches für Wachstum von Knochen, Organe, Muskulatur und Binde- und Fettgewebe verantwortlich ist.

 

Hormone des Hypophysenvorderlappens

 

Das thyreotrope Hormon (TSH thyroid stimulating hormon), auch Thyrotropin genannt, wird von dem Hypophysenvorderlappen sezerniert und es stimuliert das Wachstum der Schilddrüse (Glandula thyroidea) und steuert die Bildung und Freisetzung von Schilddrüsenhormon. ACTH, das adrenocorticotrope Vorderlappenhormon, wirkt auf die Nebennierenrinde durch eine Stimulation der Produktion ihrer Hormone.

Das somatotrope Hormon STH verursacht einen außerordentlich starken Effekt auf den gesamten Wachstumsmechanismus. Die gonadotropen Hormone des Vorderlappens wirken auf die Genitalorgane und werden zu Beginn der Pubertät verstärkt freigesetzt.

 

Die Neurohypophyse (Hypophysenhinterlappen) und die Hormone Oxytocin & ADH

 

Zwei besondere Substanzen, die aus den Substanzen des Hinterlappens isoliert wurden sind Oxytocin und Adiuretin (ADH Antidiuretisches Hormon). Oxytocin beeinflusst die Uteruskonktraktion bei der Geburt - es ist verantwortlich für die Wehen. Außerdem beeinflusst es noch die Produktion von Muttermilch in der Brust. Das antidiuretische Hormon ADH hingegen wirkt auf die Resorption von Wasser in den distalen Tubuli und Sammelrohren der Niere. Fehlt ADH im Organismus, so kommt es zur verstärkten Urinbildung und Ausscheidung (Diurese). Das Krankheitsbild, bei dem durch Mangel an ADH sehr viel Harn ausgeschieden wird, wodurch in der Folge Durst entsteht und viel Flüssigkeit aufgenommen werden muß, bezeichnet man als Diabetes insipidus.

 

Störungen der Hypophyse

 

Häufig kommt es im Zusammenhang mit einem Tumor der Adenohypophyse zu einer Überproduktion des somatotropen Hormons. Diese Überproduktion verursacht Akromegalie (ausgeprägte Vergrößerung der Akren, dazu zählen Hände, Füße, Kinn, Ohren, Nase, äußere Genitalien etc.) und Gigantismus (Riesenwuchs). Beim Gigantismus sind alle Knochen betroffen, und es kann zu einem Wachstum von bis zu 270 cm Länge kommen. Kommt es während dem Wavchstum zu einer Hypophysenstörung, bewirkt die Übersekretion den Gigantismus. Zur Akromegalie hingegen kommt es, wenn die Übersekretion nach dem Wachstum zustande kommt.

 

Andererseits verursacht das Fehlen von STH oder eine Mangelsekretion während der Wachstumsphase Zwergwuchs.

 

 

 

In Teil II dieses Beitrages geht es u.a. weiter mit der #Schilddrüse (Glandula thyroidea) und den Hormonen der

Schilddrüse.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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