Anatomie & Physiologie: Das Endokrinsystem Teil III

In Teil I und II dieses Beitrages ging u.a. um die Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse

und die Hypophyse.

Thymus (Thymusdrüse, Bries)

 

Der Thymus ist eine flache, rötlich-graue und zweigelappte Drüse, die hoch in der Brust retrosternal liegt. Ihr Wachstum endet mit Beginn der Pubertät und sie beginnt dann zu atrophieren (Involution). Der Thymus zählt zu den Organen des lymphatischen Systems.

 

Eine chirurgische Entfernung der Thymusdrüse bezeichnet man als Thymektomie. Der Thymus zählt zu den Abwehrsystem des Organismus, da es an der Bildung des Immunsystems maßgeblich beteiligt ist. In der Thymusdrüse werden die Lymphozyten geprägt, bevor sie an den Organismus abgegeben werden. Die Thymusdrüse wird auch mit der Antikörperproduktion in Verbindung gebracht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ovarien (Eierstöcke)

 

Der paarig angelegte Eierstock ist ein primäres, weibliches Geschlechtsorgan. Die Ovarien sind oval geformte Strukturen und im oberen teil des Beckens lokalisiert auf jeder Seite des uterus je eine. Zwei Hormone werden von den Ovarien produziert: Östrogen und Progesteron. Östrogen wird von den vesikulären Folliken (Graafsche Follikel) und während der Schwangerschaft von der Plazenta sezerniert. Progesteron hingegen wird im Corpus luteum (Gelbkörper) und durch die Plazenta während der Schwangerschaft sezerniert.

 

Das Östrogen ist ein Steroid, verantwortlich für das vermehrte Uteruswachstum und das Wachstum der Vagina während der Pubertät. Ferner für die Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale, der Verteilung des Körperfettes, Vorbereitung der Uterushöhlenauskleidung auf die Einbettung der befruchteten Eizelle und die Wiederherstellung des Endometriums (innere, muköse Membran des Uterus) im Anschlu an die Menstruation. Ein Mangel an Östrogen verursacht Menstruationsunregelmäßigkeiten und Atrophie oder Unterentwicklung der Brüste und des Uterus.

 

Progesteron ist für den eigentlichen Implantationsprozess der befruchteten Eizelle verantwortlich. Progesteron unterhält die Entwicklung der Plazenta, hindert das Ovarium an der Freisetzung weiterer Eizellen während der Schwangerschaft, bewirkt ein Wachstum der Brüste während der Schwangerschaft und die Entwicklung der milchproduzierenden Zellen. Eine Mangelsekretion an Progesteron verursacht einen Abort bei schwangeren Frauen und Menstruationsirregularität bei nicht schwangeren Frauen.

 

 

 

Die Blutversorgung der Ovarien erfolgt über die Arteria ovarica. Das venöse Blut fließt über die Vena ovarica zurück. Die Nervenversorgung erfolgt über das vegetative Nervensystem.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Testikel (Hoden)

 

Der Testikel (Hoden) ist ein ebenfalls paarig angelegtes, inneres Geschlechtsorgan des Mannes und entspricht dem Ovarium der Frau nicht nur hinsichtlich der Produktion der Geschlechtszellen. Die männlichen Geschlechtszellen werden Spermatozoen oder Spermien genannt. Die Testikel sind für die Produktion des männlichen Geschlechtshormon Testosteron verantwortlich. Jeder Testikel ist ein ovales, etwa 5 cm langes Organ innerhalb des Scrotums (Hodensack).

 

Die Testikel erfüllen 2 Funktionen: Zum einen die Sekretion von Testosteron, das männliche Geschlechtshormon durch die Leydigschen Zwischenzellen und die Bildung der Spermatozoen, der männlichen Geschlechtszellen durch due  Tubuli semniferi contorti. Das Steroidhormon Testosteron bewirkt die Entwicklung der sekundären Geschlechtsorgane und der sekundären Geschlechtsmerkmale, erhölt sie ein Leben lang aufrecht und trägt zur physiologischen männlichen Sexualaktivität bei. Eine Mangelsekretion von Testosteron verhindert die volle Entwicklung der männlichen Geschlechtsmerkmale. Die Ausschüttung von Testosteron wird durch die Hormone der Adenohypophyse (Hypophysenvorderlappen) kontrolliert.

 

Gastrointestinale Hormone

 

Am Prozess des Gastro-Intestinal-Traktes sind eine Vielzahl von Hormonen beteiligt. Gastrin wird beispielsweise durch die Magenschleimhaut gebildet, wenn der Magen (Gaster) durch den Chymus (Speisebrei) gedehnt und durch bestimmte Eiweißverbindungen stimuliert wird. Die Freisetzung von Gastrin führt zu einer reichlichen Abgabe von Magensaft in den Magen.

 

Gelangt der nun saure Speisebrei in das Duodenum (Zwölffingerdarm), so kommt es nun zu einer Sekretin-Sekretion der produzierenden S-Zellen im Duodenum. Sekretin ist ein gastrointestinales Peptidhormon und es stimuliert sowohl Pankreas als auch die Leber (Hepar) Pankreassaft bzw. Galle abzugeben. Das Einströmen des Chymus in den Zwölffingerdarm löst zusätzlich die Freigabe eines weiteren Hormons aus, das Cholecystokinin (Cholecystokinin-Pankreozymin). Diese Substanz wirkt nun auf Gallenblase (Vesica fellea/biliaris) und Pankreas. Sie bewirkt eine Entleerung der Gallenblase und die Sekretion eines stark enzymhaltigen Pankreassaftes.

 

Erreicht der Chymus nun den Dünndarm, so wird über dessen Schleimhaut ein weiteres Enzym sezerniert: das Villikinin. Villikinin, ein weiteres an der Verdauung beteiligtes Hormon stimuliert die Peristaltik der Darmwand.

 

ACTH, Adrenokortikotropes Hormon

 

Adrenokortikotropin ist ein Peptidhormon, das unter Einfluß des CRH   Corticotropin-releasing-Hormons in den basophilen Zellen des       Hypophysenvorderlappens aus der Vorstufe des Proopiomelanocortins POMC gebildet wird. Es reguliert die Synthese von wichtigen Enzymen für die Steroid-      Synthese. Unter anderem stimuliert es die Synthese von Pregnenolon, dem limitierenden Schritt der Steroid-Synthese.

 

Wirkung:

 

–    ACTH wirkt vor allem auf die Nebennierenrinde und regt dort zur Bildung von Glukokortikoiden an

 

–    Agonist der Melanocortinrezeptoren

 

–    StAR Steroidogenic Acute Regulatory Proteine, welche die Aufnahme von Cholesterin in die Mitochondrien durchführt und den entscheidenden Schritt der Steroidbiosynthese darstellt

 

–    die Cholesterinhydrolase, die freies Cholesterin bereitstellt

 

–    CREB cAMP response element-binding-protein

 

–    beim Weinen aus emotionalen Gründen ist in den Tränen Adrenocorticotropin enthalten

 

ADH, Antidiuretisches Hormon

 

Das Antidiuretische Hormon ADH auch Adiuretin, Vasopressin oder Arginin-       Vasopressin AVP genannt, ist ein Peptidhormon. Der Name Vasopressin bezieht sich   auf die gefäßverengende Wirkung bei höheren Dosen.

 

Wirkung:

 

–    ADH bewirkt die verstärkte Rückgewinnung von Wasser aus dem Primärharn, wodurch der Urin konzentriert wird und sein Volumen abnimmt

 

–    ADH hat eine periphere und zentrale Wirkung, es führt zu einem Salzhunger des Organismus und zum Auslösen des Durstgefühls

 

–    ADH ist esentiell bei der Steuerung des Wasserhaushaltes

 

 

 

Im vierten und letzten Teil findest du die Hormone des Endokrinsystems einschließlich ihrer

Wirkungen im Organismus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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