Anatomie & Physiologie: Das Endokrinsystem Teil IV

Dies ist nun der letzte Teil des Beitrages "Das Endokrinsystem". In diesem Teil findest

du die wichtigsten Hormone im Überblick beschrieben.

 

Adrenalin

Adrenalin und Noradrenalin sind Streßhormone. Sie steigern in Sekundenschnelle die Herz-Kreislauf-Funktionen und versetzen Nerven und Gehirn in Alarmzustand. In Notfällen mobilisieren sie die notwendigen Energiereserven. Das zeigt sich in einer beschleunigten Herztätigkeit, Erhöhung des Blutdrucks, Freisetzung von Glukose und verstärkten Durchblutung der Muskulatur. Noradrenalin hat eine schmerzhemmende Wirkung.

 

 

 

 

Aldosteron

Aldosteron wirkt vor allem auf die Niere. Es reguliert den Elektrolyt- und Wasserhaushalt im Körper. Es erhöht die Resorption von Natriumionen aus den Nieren, wodurch der Natriumspiegel im Blut erhöht wird. Die Ausscheidung von Kalium- und Wasserstoffionen wird gefördert. Dadurch sinkt der Kaliumspiegel im Blut. Gleichzeitig wird Wasser zurückgehalten. So hat Aldosteron auch Einfluß auf die Regulation des Blutvolumens und des Blutdrucks. Ähnlich wirkt Aldosteron auf den Wasser- und Ionentransport im Darm sowie in Schweiß- und Speicheldrüsen.

 

 

Androgene

Androgene ist ein Sammelbegriff für männliche Sexualhormone. Sie sind geschlechtsspezifisch wirksam, indem sie die Geschlechtsdifferenzierung der männlichen Fortpflanzungsorgane fördern. Sie sind auch für die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale wir z. B. den Bartwuchs, Körperbehaarung und Stimmbruch verantwortlich. Androgene sind anabol wirksam, d. h. sie fördern das Knochen- und Muskelwachstum. Wichtigstes Androgen ist das Testosteron. Männliche Hormone werden auch in den Eierstöcken und der Nebennierenrinde von Frauen produziert. Ein Östrogenmangel in der Postmenopause kann zu einem relativen Überschuss der männlichen Hormone führen.

 

 

Androstendion

 

Androgenes Hormon, das den Aufbau von körpereigenem Eiweiß beschleunigt. Wirkt als männliches Sexualhormon, indem es in Testosteron, aber auch in Vorstufen von Östrogen umgewandelt werden kann.

 

 

Cholezystokinin, Pankreozymin, CCK

 

CCK fördert die Darmbeweglichkeit und senkt die Beweglichkeit des Magens. Es bewirkt die Kontraktion der Gallenblase und steigert die Bauchspeicheldrüsensekretion.

 

 

CRH, Corticotropin-Releasinghormon

 

CRH stimuliert den Hypophysenvorderlappen zur Ausschüttung von ACTH, das wiederum Kortisol aus der Nebennierenrinde freisetzt. Am frühen Morgen ist der Blutspiegel von Kortisol am höchsten, nachts am niedrigsten. Das nennt sich zirkadianer Rhythmus.

 

 

Endorphine

 

Endorphine entfalten ihre Wirkung insbesondere im Gehirn und im verschiedenen Körperteilen. Sie wirken stark schmerzstillend und sind an verschiedenen vegetativen Prozessen beteiligt, u. a. Regulation der Körpertemperatur, Steuerung von Antrieb und Verhalten, Hemmung der Darmbeweglichkeit. Sie werden auch als natürliches "Opium" bezeichnet. Endorphine sorgen für ein starkes Glücksgefühl und machen regelrecht "high".

 

 

Erythropoetin

 

Erythropoietin reguliert den Sauerstoffgehalt des Blutes und regt die Bildung roter Blutkörperchen an.

 

 

FSH, Follikel-stimulierendes Hormon

 

FSH wirkt auf die Gonaden. Es regt bei der Frau die Bildung von Östrogen und die Reifung der Eizellen im Eierstock an. Beim Mann sorgt FSH für die Entwicklung der Spermien.

 

 

Gastrin

Gastrin steigert die Magenbeweglichkeit, fördert die Salzsäurebildung im Magen und steigert die Sekretion von Gallen und Bauchspeicheldrüsensekret.

 

 

Gestagene

Gestagene sind synthetische Hormone, die dem Progesteron, dem körpereigenen Gelbkörperhormon, ähneln. Die künstlich hergesteIlten Gestagene werden in der hormonellen Schwangerschaftsverhütung zur Verhinderung des Eisprungs eingesetzt. Bei der hormonellen Therapie sorgen Gestagene für eine regelmäßige Regelblutung. Das dient dem Schutz der Gebärmutterschleimhaut, denn der regelmäßige Abbau der Schleimhaut ist ein wirksamer Schutz vor einer Tumorentwicklung.

 

 

GH-IH, Growth-Hormone, Inhibitinghormon, Somatostatin

GH-IH hemmt die Freisetzung von Wachstumshormon aus dem Hypophysenvorderlappen. Somatostatin wird außerdem in den D-Zellen des Verdauungstraktes und der Bauchspeicheldrüse gebildet. Als solches hat es die Funktion, die Sekretion von Magensaft und Bauchspeichel zu hemmen.

 

 

GH-RH, Growth-Hormone, Releasinghormon, Somatoliberin

GH-RH fördert die Freisetzung von Wachstumshormon aus dem Hypophysenvorderlappen. Es hat Einfluß auf das Längenwachstum vor der Pubertät. Es fördert das Wachstum der inneren Organe und hat Einfluß auf den Stoffwechsel.

 

 

Glukagon

Glukagon hebt den Blutzuckerspiegel. Es ist ein Gegenspieler von Insulin.

 

 

 

Gn-RH, Gonadoliberin, FSH-RH, LH-RH

Gn-RH ist ein Hormon, das den Hypophysenvorderlappen zur Ausschüttung von zwei verschiedenen Sexualhormonen anregt, dem FSH und LH. Damit steuert es die gesamte Sexualfunktion von Mann und Frau.

 

 

Insulin

Insulin senkt den Blutzuckerspiegel.

 

 

Kalzitonin

Kalzitonin reguliert, zusammen mit dem Parathormon, den Kalziumhaushalt des Körpers. Es stoppt die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm, lagert verstärkt Kalzium und Phosphat im Knochen ab, führt zur vermehrten Ausscheidung von Kalzium über die Nieren und senkt die Kalziumkonzentration im Blut.

 

 

Kortison, Kortisol

Kortison und Kortisol sind Glukokortikoide. Zusammengefaßt haben sie folgende Wirkungen: Abbau von Eiweißen in der Muskulatur, in der Haut und im Fettgewebe. Abbau von Fett aus den peripheren Fettdepots (Lipolyse). Dadurch gelangen freie Fettsäuren ins Blut. Förderung der Gykogensynthese in der Leber. Erhöhung der Glukosekonzentration im Blut. Antientzündlicher Effekt bei Verletzungen. Immunsuppressiver Effekt durch Hemmung der Abwehrzellen. Antiallergischer Effekt durch die Hemmung der Entzündungsreaktionen, die bei einer Allergie auftreten.

 

 

LH, Luteinesierendes Hormon

LH wirkt auf die Gonaden. Bei der Frau unterstützt es die Eireifung, den Eisprung und die Bildung des Gelbkörpers, beim Mann fördert es die Spermienreifung. Es erhöht die Abgabe von Testosteron aus den Leydig- Zwischenzellen des Hodens.

 

 

Melatonin

Melatonin ist ein schlafförderndes Hormon, das die sogenannte "innere Uhr" des Menschen reguliert. Es ist am Alterungsprozess des Körpers beteiligt. Bisher gibt es aber keinen wissenschaftlichen Nachweis der belegt, dass Melatonin als Medikament den biologischen Alterungsprozess aufhalten kann.

 

 

MSH, Melanozyten-stimulierendes Hormon

MSH hat einen Einfluß auf die Pigmentierung der Haut, indem es die pigmentbildenden Melanozyten beeinflußt.

 

 

MSH-IH, MIH, Melanostatin

MSH-IH bewirkt als Gegenspieler von MSH-RH eine verminderte Ausschüttung von MSH aus dem Hypophysenvorderlappen.

 

 

MSH-RH, MRH, Melanoliberin

MSH-RH bewirkt die Freisetzung von Melanotropin (MSH) aus dem Hypophysenvorderlappen. Dadurch wird die Pigmentierung der Haut verstärkt.

 

 

Noradrenalin

Adrenalin und Noradrenalin sind Streßhormone. Sie steigern in Sekundenschnelle die Herz-Kreislauf-Funktionen und versetzen Nerven und Gehirn in Alarmzustand. In Notfällen mobilisieren sie die notwendigen Energiereserven. Das zeigt sich in einer beschleunigten Herztätigkeit, Erhöhung des Blutdrucks, Freisetzung von Glukose und verstärkten Durchblutung der Muskulatur. Noradrenalin hat eine schmerzhemmende Wirkung.

 

 

 

Östrogene

Östrogen ist ein Oberbegriff für die wichtigsten weiblichen Geschlechtshormone, wie Estradiol, Estron und Estriol. Es gibt über 30 verschiedene Hormone, die in dieser Gruppe zusammengefaßt sind. Früher wurden diese Namen mit einem "Ö" geschrieben. Weil aber im englischen Alphabet kein "Ö" vorkommt und medizinische Sprache international ist, werden in aktuellen Veröffentlichungen häufig die Namen der Östrogene mit einem "E" geschrieben. Östrogene werden während der Reifephase in den Follikeln (Eibläschen) der Eierstöcke und in der Plazenta (Mutterkuchen) produziert und haben im weiblichen Körper verschieden Aufgaben. Insgesamt ist es das Hormon, das den größten Beitrag zur körperlichen und psychischen Entwicklung und Lebensgefühl jeder Frau leistet. Beginnend in der Pubertät mit der Brustentwicklung, über den monatlichen Zyklus bis hin zum Knochenaufbau und der Kollagenbildung zur Erhaltung der Hautelastizität, sind Östrogene im Spiel. Sie schaffen die Voraussetzungen für eine Schwangerschaft und für Sex. Sie wirken stärkend auf Knochen und Herz und stabilisieren das seelische Gleichgewicht. Außerdem sorgen sie für das typische weibliche Erscheinungsbild in Figur, Haut und Behaarung. Folgende Östrogen-Arten gibt es:

 

•    Natürliche Östrogene, sind identisch mit den Östrogenen, die in den Eierstöcken gebildet werden, dazu gehört z. B. 17ß-Östradiol.

•   Synthetische Östrogene, sind künstlich hergestellte Östrogene, die der Körper nicht bildet. Sie werden in Anti-Baby-Pillen eingesetzt. Dazu gehört z. B. Ethinylestradiol. Die Östrogene, die zur Hormonersatztherapie bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzt werden, sind keine synthetischen Östrogene.

•    Konjugierte Östrogene, sind eine Mischung verschiedener Substanzen, die ähnlich den Östrogenen aufgebaut sind. Sie werde entweder aus Pflanzen oder dem Harn trächtiger Stuten gewonnen.

 

 

Oxytocin

Oxytocin ist ein Hormon, das während der Schwangerschaft zur Auslösung der  Wehentätigkeit während der Geburt führt. Während der Stillperiode sorgt Oxytocin außerdem für den Einschuß der Muttermilch. Die Ausschüttung erfolgt über den Hypophysenhinterlappen direkt in die Blutbahn.

 

 

Parathormon

Parathormon reguliert, zusammen mit dem Kalzitonin, den Kalziumhaushalt des Körpers. Es erhöht die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm, verstärkt die Abgabe von Kalzium und Phosphat vom Knochen ins Blut, senkt die Ausscheidung von Kalzium über die Nieren und erhöht die Kalziumkonzentration im Blut. Das Parathormon braucht für seine Wirksamkeit Vitamin D.

 

 

RAAS, Renin-Angiotensin-Aldosteron-System

Sekretin

Sekretin fördert die Gallenbildung, hemmt die Magenbeweglichkeit und fördert die Bikarbonatbildung in der Bauchspeicheldrüse.

 

 

Serotonin

Serotonin hat vielfältige Wirkungen. In Lunge und Niere verengt es die Arteriolen, während sie in der Skelettmuskulatur geweitet wird. Es beeinflusst die Kontraktion des Herzmuskels und die Bewegung der Magen-Darm- Muskulatur. Im ZNS hat Serotonin Auswirkungen auf die Stimmungslage, den Schlaf- Wach- Rhythmus, die Schmerzwahrnehmung, die Körpertemperatur und die Nahrungsaufnahme.

 

 

STH, Somatotropes Hormon, Wachstumshormon, HGH, Human Growth Hormone

Das Wachstumshormon kontrolliert das Längenwachstum vor der Pubertät. Es fördert das Wachstum der inneren Organe und hat Einfluß auf den Stoffwechsel. Zusätzlich ist es an der Verknöcherung des Skeletts beteiligt und an der Bildung von Glucose in der Leber. Die Bildung und Ausschüttung des Wachstumshormons wird über die Hypothalamushormone GH-RH und GH-IH gesteuert.

 

 

Testosterone

Testosteron zählt zur Gruppe der Androgene und ist das wichtigste männliche Geschlechtshormon. Auch bei Frauen wird in den Eierstöcken und in der Nebennierenrinde Testosteron in geringen Mengen produziert. Es steigert die Libido der Frau, führt aber bei einem Überschuss zu einer allgemeinen Vermännlichung (Virilisierung). Im männlichen Körper bewirkt Testosteron die Entwicklung der Geschlechtsorgane, die Ausbildung der Geschlechtsmerkmale (Behaarungs- und Fettverteilungsmuster, tiefe Stimme) und die Samenbildung. Im männlichen und im weiblichen Körper trägt Testosteron zum Wachstum der Knochen in der Entwicklungsphase bei, erhöht die Muskelmasse und senkt das Cholesterin im Blut.

 

 

T3, Trijodthyronin

T3 ist in der Lage, in fundamentale Stoffwechselprozesse einzugreifen und wirkt aktivierend. Es fördert die Wärmeentwicklung, erhöht den Sauerstoffverbrauch, beschleunigt die Kohlenhydrataufnahme, steigert die Neubildung von Glukose sowie die Mobilisation des Leberglykogens (Glykogen = Speicherform von Kohlenhydraten), aktiviert die Freisetzung körpereigener Fettbestände, beschleunigt den Cholesterinaufbau und -abbau, fördert die Proteinsynthese, beeinflußt den Wasserhaushalt und den Knochenstoffwechsel. Unentbehrlich sind Schilddrüsenhormone für die Wachstums- und Reifungsprozesse des Skeletts sowie für die Gehirnentwicklung.

 

 

T4, Thyroxin

Gleiche, aber weniger intensive Wirkung wie T3. Dafür ist die Konzentration von T4 10mal höher, als die von T3.

 

 

Thymopoetin

Thymopoetin steuert die Reifung und Differenzierung der Immunzellen in den Lymphknoten.

 

 

Thymosin

Thymosin steuert die Reifung und Differenzierung der Immunzellen in den Lymphknoten.

 

 

TRH, Thyreaotropin-Releasinghormon

TRH regt den Hypophysenvorderlappen zur Ausschüttung von TSH (Thyroidea stimulierenden Hormon) an. Dieses Hormon fördert in der Schilddrüse die Abgabe von T3 und T4 ins Blut.

 

 

TSH, Thyroidea-stimulierendes Hormon

TSH regt die Schilddrüse zur Freisetzung der Schilddrüsenhormone T3 und T4 an. Außerdem fördert TSH die Teilungsfrequenz der Schilddrüsenzellen. Das wirkt sich vergrößernd auf die Schilddrüse aus.

 

 

VIP, Vasoaktives intestinales Peptid

VIP fördert die Durchblutung und erhöht den Tonus der glatten Muskulatur.

 

 

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