Ketogene Ernährung: 10 erstaunliche Fakten

September 6, 2017

 

Ich habe mich bereits in einem meiner ersten Beiträge mit dem Keto-Effekt

der mediterranen Küche auseinandergesetzt. Dass auch die ketogene

Ernährungsweise gesund und ausgewogen gestaltet werden kann (und sollte),

habe ich in diesem Beitrag veranschaulicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier nun 10 interessante Fakten zum Thema "Ketogene Ernährung":

 

1. Die ketogene Ernährung kann bei Menschen mit einer pharmakoresistenten Epilepsie

als therapeutisches Mittel eingesetzt werden (insbesondere bei Kindern) und das

mit beachtlichen Erfolgen.

 

Anmerkung:

 

Die Epilepsie stellt eine häufige neurologische Erkrankung dar, welche zum großen Teil gut

medikamentös einstellbar ist. Dennoch leiden ein Drittel der Patienten unter rezidivierenden

Krampfanfällen, die sowohl gesundheitliche als auch psychosoziale Folgen nach sich ziehen.

Einen wichtigen Aspekt stellt die Diagnose selbst sowie die medikamentöse Therapie dar,

um nicht fälschlicherweise eine „Pseudoresistenz“ zu generieren. Im Falle einer

pharmakoresistenten Epilepsie existieren verschiedene Therapieansätze, mit denen eine

Anfallsfreiheit im weiteren Verlauf möglich werden kann. Dazu zählt auch die ketogene

Ernährungsweise.

 

2. Unser Organismus kommt ganz gut ohne Kohlenhydrate zurecht - entgegen

der landläufigen Meinung. Viele Kohlenhydrate sind "leer" und haben so gut

wie keinen Nährwert (gemeint sind hier nicht die "guten" Kohlenhydrate in Form von

Gemüse, Obst und Ballaststoffen) für unseren Körper.

Das ist auch der Grund, warum Menschen im Kohlenhydrat-Stoffwechsel deutlich

mehr Nahrung zu sich nehmen müssen, als im keto-adaptierten Zustand.

Es gibt gewisse Strukturen, die ohne Glukose nicht funktionieren können, doch

der Mensch ist ein wahres Wunder, denn werden die benötigten Kohlenhydrate

nicht über die Nahrung zugeführt, kommt es in den Hepatozyten unserer Leber

zur sogenannten Gluconeogenese - also der Neubildung von Glukose.

 

3. Ketone sind in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren und sie versorgen

unser Gehirn mit wertvoller Energie: Die ketogene Ernährung ermöglicht dem

menschlichen Gehirn eine Leistungssteigerung von bis zu 30%. Die grundlegenden

Mechanismen erläutere ich im "Handbuch der ketogenen Ernährung" (erscheint im

Herbst 2017 im Franzius-Verlag Bremen) in einem eigenen Kapitel detailliert.

 

Ketone sind chemische Verbindungen, die als funktionelle Gruppe eine nicht endständige

Carbonylgruppe (>C=O) enthalten. Eine Ketogruppe [C–C(O)–C] enthält drei Kohlenstoffatome.

Alle Ketone enthalten mindestens drei Kohlenstoffatome. Im Gegensatz zu den Aldehyden ist

hier der Carbonylkohlenstoff in beide Bindungsrichtungen mit Kohlenstoffatomen verbunden.

Ketone kann man als Oxidationsprodukte sekundärer Alkohole auffassen.

 

Die von den Alkanen ableitbaren Ketone nennt man auch Alkanone. Entsprechend bezeichnet

man die auf Alkene und Alkine zurückzuführenden Ketone als Alkenone (siehe Enone) bzw. Alkinone.

Das einfachste Keton ist Aceton. Ein einfaches aromatisches Keton ist Benzophenon (Diphenylketon).

Ein gemischtes Keton ist Acetophenon (Methylphenylketon).

 

4. Es gibt keine andere Ernährungsform, mit der ein derartiger Gewichtsverlust

wie im Rahmen der ketogenen Ernährungsweise erzielt werden kann. Der zugrunde

liegende Mechanismus ist die Ketogenese, dabei werden aus Fettsäuren, die aus

dem Fettdepot mobilisiert werden, die 3 Ketone Acetat, Acetoacetat und Beta-

Hydroxybutyrat synthetisiert. Diese versorgen den Organismus mit Energie und

in der Flamme der Ketogenese schmelzen die Pfunde nur so dahin.

 

5. Die ketogene Ernährung hat aber noch viel mehr zu bieten: Sie beeinflusst

den Verlauf einer depressiven Episode signifikant und kann therapeutisch

eingesetzt werden.

 

6. Im Rahmen einer ketogenen Ernährungsweise stabilisiert sich der Blutzucker-

spiegel enorm und dies sogt in einem erheblichen Ausmaß für die Gesund-

erhaltung von Körper, Geist und Seele.

 

7. Unter dem Einfluss der Ketogenese kann sich ein diagnostizierter

Diabetes mellitus Typ II vollständig zurückbilden.

 

Anmerkung:

 

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die auf Insulinresistenz oder Insulinmangel

beruht und durch einen chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Sie ist mit

einem deutlich erhöhten Risiko für schwere Begleit- und Folgeerkrankungen verbunden.

Das Vorstadium eines Diabetes mellitus bezeichnet man als Prädiabetes.

 

8. Wer sich ketogen ernährt isst eindeutig weniger, denn die zugeführten

Makronährstoffe Fett und Protein machen deutlich länger satt, als

Kohlenhydrate.

 

9. Menschen, die häufig unter Migräne leiden profitieren ebenso (nach

einer erfolgreich durchgestandenen Adaptionsphase) von dieser
Ernährungsform. Ausführliche Informationen zu diesem Thema findest

du ebenfalls im "Handbuch der ketogenen Ernährung".

 

Anmerkung:

 

Migräne bezeichnet bestimmte, anfallsweise auftretende Kopfschmerzen (Migräneattacken),

die durch Bewegung verstärkt werden. Zusätzlich zu den Kopfschmerzen müssen andere

Symptome wie etwa Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Licht- und Lärmempfindlichkeit auftreten.

Teilweise gehen der Migräne besondere Empfindungen wie zum Beispiel Sehstörungen voraus,

die sogenannte Aura. Zur Behandlung eignen sich neben Medikamenten entspannende Therapien.

Das Ziel der Migränebehandlung ist es, die Symptome zu lindern und die Häufigkeit der

Migräneattacken zu verringern.

 

Die genauen Ursachen der Migräne sind unbekannt, jedoch kennt man Auslöser der Migräneattacken

(sogenannte Trigger). Diese können von Person zu Person unterschiedlich sein. Man geht davon aus,

dass bei der Migräne das Gleichgewicht des Gehirnstoffwechsels gestört ist; insbesondere sind

dabei Botenstoffe wie Serotonin, Noradrenalin und CGRP (Calcitonin-Gene-Related-Peptide) fehlreguliert.

Diese beeinflussen unter anderem die Schmerzempfindlichkeit der Blutgefäße. Offenbar sind bei der

Migräne die kleinen Blutgefäße des Gehirns (Arteriolen) entzündlich verändert. Außerdem kommt es

zu einer fehlenden Schmerzhemmung im Hirnstamm mit den typischen Migränekopfschmerzen.

 

10. Das Ei ist eines der wichtigsten Makronährstoffe der Keto-Küche.

Dies liegt zum einen an der biologischen Wertigkeit und zum anderen

an der Tatsache, dass Eier unseren Organismus mit wertvoller Energie

versorgen. Lange Zeit galt das Ei als die Cholesterin-Bombe überhaupt,

doch dem ist nicht so und Studien belegen, dass man jeden Tag 2 Eier

essen kann, ohne mit gesundheitlichen Folgen rechnen zu müssen.

 

 

 

 

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