Die Folgen der "Glykation" (Verzuckerung) für den Organismus

September 24, 2017

Die Glykation und die Folgen für unseren Organismus

 

Es ist absolut kein Geheimnis, dass unsere Haut mit zunehmenden Alter an

essenzieller Elastizität verliert und ab einem bestimmten Alter bereits in

jungen Jahren damit beginnt, Falten zu bilden. Daran werden wir wohl

(vorerst) nicht wirklich etwas ändern können. Wir können aber wohl einiges

dafür tun, dass unsere Haut eben nicht bereits vorzeitig altert und uns somit

länger ein jugendlicheres Aussehen sichern.

 

Zucker ist nicht nur schädlich für unsere Zähne, Zucker ist noch viel schädlicher

als man meinen möchte - für unseren gesamten Organismus. Nach einer stark

zuckerlastigen Mahlzeit steigt unser Blutzuckerspiegel erst einmal rapide an,

gleichzeitig reagieren die insulinproduzierenden Betazellen unserer Bauch-

Speicheldrüse im besten Falle mit einer entsprechenden Antwort: Es kommt

zu einer angemessenen Insulinausschüttung.

Soweit die Theorie. In der Praxis

kann dies aber unter Umständen auch ganz anders aussehen, nämlich dann,

wenn ein Diabetes mellitus vorliegt.

 

Wenn die Konzentration an Zucker in unserem Blut steigt, dann wirkt sich dies

auch auf die gesamte Peripherie unseres Körpers aus. Der Zucker führt dazu,

dass die kollagenen Fasern verkleben. Zucker hat nämlich die Charakteristik,

mit Proteinen und anderen molekularen Strukturen zu verkleben, indem es

Querverbindungen schafft. Die Folge dieser Querverbindungen sind ein

drastischer Elastizitätsverlust und somit die Faltenbildung in der Folge:

 

Es entstehen kleine und kleinste Risse im Bindegewebe. Diesen Prozess, bezeichnet man in

der Humanmedizin als "Glykation" - die Glykation ist somit nichts anderes als

die Verzuckerung von Gewebefasern. Was wir durch Wahrnehmung und Beobachtung

erst einmal erkennen, ist lediglich der Verlust der Elastizität und die Faltenbildung

unserer Haut. Was auf den ersten Blick aber nicht für uns sichtbar ist, ist die

enorme Auswirkung auf den gesamten Organismus. Ich meine sogar, dass die

Faltenbildung (so schlimm dies auch ist), wohl das kleinere Übel dabei ist.

 

Der Glykations-Prozess führt in einem weiteren Schritt zu einer Störung der Zellfunktion

aber auch des hauteigenen Reparatursystems. Vereinfacht könnte man diesen

Vorgang als eine Art Karamellisierung von Glucose und körpereigenen Proteinen

bezeichnen. In der Fachsprache nennt man dies die Bildung von AGEs - Advanced

Glycation Endproducts.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese AGEs bilden ein sperriges Geflecht in unserem Körper und dauerhaft sind die

Folgen verheerend, denn sie können sich in unseren Blutgefäßen ablagern und

begünstigen im Sinne des Virchow-Trias Veränderungen der Blutgefäßwand und somit

auch Arteriosklerose. Die AGEs verstärken bereits bestehende Falten im Bindegewebe.

Ein permanent hoher Zuckerspiegel führt aber nicht nur zur Bildung von AGEs und

somit zu einer beschleunigten Zellalterung. Der hohe Zuckerspiegel setzt eine

Art "Entzündungskaskade" in Gang, denn einige Substanzen, die beim Abbau von

Kollagenen entstehen, haben entzündungsfördernde Eigenschaften. Dies ist u.a.

auch der Grund dafür, dass faltige, trockene, rissige und spröde Haut gerne zu

Pruritus (Juckreiz) und Ekzembildung neigt.

 

 

Ich bin seit einigen Jahren in der Pflege tätig und zu den wichtigsten Instrumenten

einer guten Pflegekraft gehört die bereits erwähnte Wahrnehmung & Beobachtung.

Bei Menschen, die an Diabetes mellitus leiden, lässt sich sehr häufig ein katastrophaler

Hautzustand beobachten und es bedarf einer maximal umfangreichen Hautpflege,

dieses Phänomen auch nur ansatzweise abzumildern. Der Hautzustand dieser

Menschen lässt sich unter anderem auch auf eben den Prozess der Glykation zurückführen,

denn die Betroffenen haben nicht selten einen massiv pathologisch veränderten Blut-

Zuckerspiegel, entsprechend heftig reagiert natürlich dann der Organismus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor allem im Zusammenhang mit Diabetes mellitus beschäftigen sich Mediziner schon

länger mit  der Glykation. Dass dieser Prozess allerdings auch bei gesunden und

jüngeren Menschen maßgeblich zur Faltenbildung und anderer pathologischen Prozesse

beiträgt, ist selbst in Fachkreisen eine relative Novität.

 

Im Hinblick auf den Glykation und den beschriebenen pathologischen Prozessen kommt

nun an dieser Stelle die ketogene Ernährung ins Spiel. Die ketogene Ernährung ist unter

anderem auch dafür bekannt, den Alterungsprozess der Zelle zu <<entschleunigen>>.

Die Folge einer langanhaltenden ketogenen Ernährungsweise ist ein frischeres und vor

allem jugendlicheres Aussehen. Bedingt durch das relative Fehlen von Blutzuckerspiegel-

Schwankungen wird dieser innerhalb einer ganz bestimmten Grenze gehalten und es kommt lediglich zu einer durchaus erwünschten, moderaten Insulin-Ausschüttung. Die Last an AGEs ist

im Rahmen der ketogenen Ernährung auf ein Minimum beschränkt und der gesamte

Organismus profitiert dabei. Auch lässt sich durch die u.a. stark eingeschränkte Glykation

im Rahmen dieser Ernährungsweise eindrucksvoll erklären, warum sich das Hautbild

bereits nach einer relativ kurzen Keto-Phase deutlich verbessert.

 

Wissenswertes über die Glykation:

 

Man unterscheidet bei der Glykation grundsätzlich 2 Formen: Endogene und exogene Glykation.

 

Exogene Glykation erfolgt in der Regel, wenn Proteine mit Zuckern gekocht werden. Temperaturen über 120 °C begünstigen diesen Prozess. Das Reaktionsprodukt wird auch als Advanced Glycation Endproduct (AGE) bezeichnet. Die Glykation durch trockene Gartechniken mit reduzierenden Zuckern wird als Maillard-Reaktion bezeichnet, einige der entstehenden farbigen Reaktionsprodukte gehören zu den Melanoidinen. AGEs werden in der Lebensmittelindustrie als Geschmacksverstärker, Farbstoffe oder zur Aufbesserung der Erscheinung eingesetzt. Ursprünglich ging man davon aus, dass AGEs ungefährlich sind. Neuere Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass AGEs bei manchen Erkrankungen zumindest beteiligt sind. Weiterhin könnte Glykation auch an der Bildung von Acrylamid beteiligt sein. In der Regel ist jedoch die Konzentration der AGEs in unzubereiteten Nahrungsmitteln nicht besorgniserregend. Insbesondere durch häufigen Verzehr von Gebratenem und Gegrilltem können jedoch Konzentrationen erreicht werden, die vom Körper nicht mehr neutralisiert werden können, ähnlich wie dies generell im fortgeschrittenen Alter der Fall ist.

 

Von besonderem Interesse ist für uns aber die endogene Form.

Endogene Glykation entsteht auch im Körper, besonders im Blutkreislauf. Hierbei reagieren im Wesentlichen Fruktose und Galaktose und in geringerem Umfang auch Glukose unkontrolliert mit körpereigenen Proteinen ohne Beteiligung von Enzymen. In Folge des Stoffwechsels entstehen reaktive Dicarbonyle wie 3-Deoxyglucoson und Methylglyoxal. Problematisch ist hierbei die Anreicherung der AGE über die Zeit, insbesondere bei einem erhöhten Blutzuckerwert, bei der Zellen und Gewebe geschädigt werden können.

 

Bei der Glykation von Hämoglobin entsteht HbA1c. Der HbA1c-Anteil am Hämoglobin kann gemessen werden, um z. B. bei Diabetikern den durchschnittlichen Blutzuckerwert der letzten vier bis zwölf Wochen abzuschätzen.

 

Gesundheitliche Auswirkungen der endogenen Glykation

 

Der endogenen Glykation wird eine Beteiligung an unterschiedlichen Alterserkrankungen zugeschrieben, z. B. Diabetes mellitus Typ II und Herz-Kreislauferkrankungen. Höhere Konzentrationen an AGE entstehen z. B. bei oxidativem Stress oder Hyperglykämie. Sie werden unter anderem mit Arteriosklerose, einer schlechteren Angiogenese und einer gestörten Wundheilung in Verbindung gebracht. Manche AGE fördern eine Entzündung, teilweise durch Bindung an den zellulären Rezeptor Receptor for AGE (RAGE) auf Monozyten. Die während einer AGE-induzierten Entzündung aktivierten Monozyten sezernieren Interleukin-1, TNF-α, Platelet Derived Growth Factor und Insulin-like growth factor-1. Weiterhin werden dadurch Thrombozyten aktiviert, wodurch sich vermehrt Blutgerinnsel bilden können. In Folge der Glykation kann es bei Neuronen zu einem Abbau von Myelin und zu Neuropathien kommen, z. B. bei Diabetes mellitus Typ II und Alzheimer-Krankheit. Weiterhin wird eine Beteiligung bei Osteoporose, Glomerulosklerose, Arthritis, respiratorische Insuffizienz und Sepsis untersucht.

 

 

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