Keto-Basics: Warum Zimt nicht gleich Zimt ist

November 19, 2017

Ich glaube, fast alle Menschen mögen Zimt und eine Adventszeit ohne dieses wertvolle Gewürz ist kaum denkbar, gehört es doch bereits seit geraumer Zeit traditionell in eben diese Zeit - aber Zimt gehört auch definitiv in die Keto-Küche. In der letzten Woche erhielt ich eine Email von einem Leser und er schrieb mir, dass er es mit einer sogenannten "Zimt-Diät" geschafft hat, sieben Kilogramm Körpergewicht zu reduzieren. Da wurde ich natürlich hellhörig und dies aus gleich zwei Gründen...

 

 

 

 

Zum einen eben, weil ich Angehöriger eines Pflegeberufes bin und nur zu gut weiß, welche Inhaltsstoffe in Zimt enthalten sein können, zum anderen, weil ich einfach weiß, dass jede konventionelle Diät auf einem einzigen Prinzip beruht, nämlich auf einer negativen Energiebilanz und auch dann, wenn man tonnenweise Zimt verschlingt. Mag sein, dass dieses herrlich duftende Gewürz einen positiven Effekt auf die Gewichtsreduktion ausübt, wenn man jedoch nichts an seinen Ernährungsgewohnheiten ändert, kann man soviel Zimt essen, bis es einem übel davon wird, ohne auch nur ein Gramm Körperfett zu verlieren...

 

Soviel zum Thema "Zimt-Diät", viel beunruhigender ist für mich eine ganze andere Sache und ich glaube, dass vielen Menschen eben dies nicht bewusst sein wird, weil sie eben wenig mit Pflege oder pharmakologischen Effekten von Zimt am Hut haben. In Zimt ist Cumarin enthalten und je nach Sorte, variiert eben dieser Cumarin-Gehalt im Zimt. Cumarin ist ein natürlich vorkommender, aromatischer, sekundärer Pflanzenstoff. In großen Mengen ist Cumarin jedoch gesundheitsschädlich, denn es nimmt großen Einfluss auf die Blutgerinnung, ferner wird Cumarin als Schädlingsbekämpfungsmittel eingesetzt, dies macht an dieser Stelle vielmehr deutlich, wie wohldosiert man mit Cumarin-Derivaten umgehen sollte.

 

 

 

Im Zusammenhang mit Zimt gibt es deutliche Qualitätsunterschiede und deshalb sollte man auf hochwertigen Zimt nicht verzichten: Grundsätzlich unterscheidet man Ceylon-Zimt und Cassia-Zimt, auch China-Zimt genannt. Die Konzentrationen des darin enthaltenen Cumarins variieren hier erheblich. Beide Sorten stammen von der Rinde des sogenannten Zimt-Lorbeerbaumes, je dünner jedoch die Rinde geschnitten wurde, desto feiner das Aroma. Ceylon-Zimt ist heller, milder und enthält deutlich weniger Cumarine als Cassia-Zimt, der Grund hierfüg ist die Tatsache, dass diese Sorte von der Rinde junger Bäume stammt, folgich ist auch der Cumarin-Gehalt wesentlich geringer. Beim Cassia-Zimt hingegen, handelt es sich um die Rinde älterer Bäume, das Aroma ist stärker und auch der Cumarin-Gehalt ist deutlich höher. Ceylon-Zimt enthält pro Kilogramm Rinde etwa 0,02 g Cumarin, die gleiche Menge Cassia-Zimt hingegen, weist einen Gehalt von mehr als 2,0 Gramm bei gleicher Menge Zimt auf - ein gewaltiger Unterschied! Manchmal werden beide Sorten industriell miteinander vermengt, vor allem Kinder, Schwangere, ältere Menschen und Menschen die Allergien haben, sollten hier sehr vorsichtig sein und Ceylon-Zimt bevorzugen. Beim Zimt gilt, wie bei vielen anderen Dingen im Leben, weniger ist mehr! Das Bundesamt für Risikobewertung empfiehlt aktuell ein tolerierbare Menge von maximal 0,1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht.

 

 

 

Wissenswertes über Zimt:

 

Zimt ist eines der ältesten Gewürze, das angeblich schon vor 2000 v. Chr. in China und Indien als solches verwendet wurde. Die Ägypter verwendeten es zur Einbalsamierung, als Gewürz und als Räuchermittel. Im antiken Griechenland wurde er ebenfalls schon verwendet, dies wird von Herodot und Hippokrates u. a. erwähnt. Er wurde im römischen Reich schon rege gehandelt, man benutzte ihn zuerst als Medizin, Aphrodisiakum und Räucherwerk, erst später als Gewürz. Der römische Kaiser Nero soll einer Legende zufolge nach dem Tod seiner Frau Poppäa, zu ihren Ehren, große Zimtfeuer in den Straßen Roms entzündet haben. Der Handel wurde nach dem Niedergang des römischen Reiches durch die Araber kontrolliert. Im Mittelalter war der Zimt in Europa als Heilmittel gegen Gicht u. a. bekannt und wurde auch schon als Gewürz benutzt. Venedig kontrollierte im 13. und 14. Jahrhundert den Zimthandel in Europa. Danach folgten die Portugiesen, welche 1505 Ceylon kolonisierten, dies führte im 17. Jahrhundert zum Krieg mit den Holländern im Kampf um die Kontrolle der ostindischen Gebiete (Niederländisch-Portugiesischer Krieg). Im Europa des 16. bis 18. Jahrhunderts galt Zimt als eines der besonders teuren und kostbaren Gewürze. So verbrannte beispielsweise der Augsburger Kaufmann Anton Fugger 1530 die Schuldscheine Karls des V. vor dessen Augen in einem Feuer aus Zimtstangen und demonstrierte damit seinen Reichtum. Auf die Holländer folgten die Engländer (Englisch-Niederländische Seekriege), nach der Übernahme des Handelsmonopols durch die Briten wurde London im 18. Jahrhundert der Hauptumschlagsort für Zimt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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