"Paranoide Ernährungshypochonder" - Keine Angst vor Brot und Pasta

Gerade zieht ein Beitrag vom September 2017 meine gesamte Aufmerksamkeit auf sich. Obwohl dieser Beitrag nicht gerade erst veröffentlicht wurde, macht er ausgerechnet jetzt erneut die Runde. Die Rede ist von dem Beitrag „Keine Angst vor Brot und Pasta – Kohlenhydrate machen weder dick noch krank“ von Uwe Knop, der diesen Artikel für die Focus-Online-Ausgabe geschrieben hat. Ich bin etwas irritiert, ich bin wütend.

 

 

 

In seinem Artikel teilt Herr Knop mächtig aus, so kann man dort nachlesen, dass das Internet von „paranoiden Ernährungshypochondern überbevölkert“ ist. Ich bin entsetzt – Herr Knop wird vom Focus als Experte bezeichnet. Ein Ernährungsexperte, der immer noch behauptet, dass Kohlenhydrate nicht schuld daran seien, dass es immer mehr Menschen mit Adipositas und Diabetes mellitus in Deutschland gibt, darf sich definitiv nicht Experte nennen, denn hier fehlt eindeutig die Expertise.

 

Ein „Experte“, der immer noch den Mythos von der gesunden Ernährungspyramide à la DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) propagiert, hat diesen Titel schlicht und ergreifend nicht verdient.

 

Ein „Experte“, der von einer "Pathologisierung unserer Grundnahrungsmittel" spricht und diese mit einem streuenden und wuchernden "Krebsgeschwür im Netz" vergleicht, hat jeden Bezug zur Realität verloren und es würde mich an dieser Stelle interessieren, ob Herr Knop selbst Kinder hat und was er dazu sagen würde, wenn seine eigenen Kinder bereits an einer arteriellen Hypertonie, Adipositas und einem Diabetes mellitus erkrankt wären. Wäre das dann immer noch eine "Paranoia" einer kranken Hypochondrie-Gesellschaft?

 

Ich würde Herrn Knop gerne einmal persönlich treffen und ihn einladen, für eine Woche in meinen Klinikalltag einzusteigen und sich selbst ein Bild zu machen, was in deutschen Krankenhäusern Tag für Tag behandelt werden muss, weil eine Institution wie die DGE in den vergangenen zwanzig Jahren Fette grundsätzlich verteufelt hat und diese zunehmend aus unserer Küche zugunsten von „schlechten“ Kohlenhydraten ersetzt wurden. Ich möchte an dieser Stelle auch daran erinnern, dass diese Methode immer noch in ist...

 

 

Abbildung: Nach den Vorstellungen von Uwe Knop hat Adipositas nichts mit Kohlenhydraten zu tun...

 

Lieber Herr Knop, wenn Sie derartige Behauptungen aufstellen und sich dabei auf überwiegend "chinesische Studien" beziehen, die keinerlei Beweiskraft haben, dann verbreiten Sie nichts anderes als „alternative Fakten“ – an dieser Stelle frage ich mich, ob Sie eventuell dafür bezahlt werden, dass Sie derart realitätsferne Artikel ins Netz stellen?!

 

Schauen wir doch einmal, was der I. Vorsitzende der Deutschen Akademie für Präventivmedizin e.V., Dr. med. Johannes Scholl zu diesem Thema zu sagen hat:

 

„Viel Brot und Kartoffeln zu verzehren, ist für Menschen mit Insulinresistenz, nicht alkoholischer Leberverfettung oder Adipositas kontraproduktiv. Eine mediterrane Ernährung mit reichlich Olivenöl und Nüssen, aber wenig Kohlenhydraten und möglichst zuckerarm, ist die beste Option – auch für Gesunde. Das ist die Evidenz nicht nur aus Beobachtungs-, sondern auch aus Interventionsstudien. Die DAPM hält deshalb die Revision und Flexibilisierung der DGE-Empfehlungen im Hinblick auf die tatsächlichen Probleme der Bevölkerung für dringend geboten.“

 

Weitere interessante Artikel zur Thematik:

 

https://www.aerzteblatt.de/archiv/186275/Ernaehrungsempfehlungen-Ueberarbeitung-gefordert

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/77869/Neue-Ernaehrungsregeln-Mehr-Fett-weniger-Kohlenhydrate-koennten-Sterblichkeit-verringern

 

Ich kann es nicht fassen, dass es in Deutschland tatsächlich immer noch vermeintliche „Experten“ gibt, die noch immer nicht verstanden haben, dass sie sich irren und einfach in der Vergangenheit auf das falsche Pferd gesetzt haben. Wenn Menschen wie Herr Knop etwas unterstützen und propagieren, dass zum Scheitern verurteilt ist und nichts anderes als eine „pathologische Zukunft“ verspricht, dann wird hier eine Art von Rhetorik betrieben, die einer Gleichschaltung gleichkommt.

 

Lieber Herr Knop, ich bin nicht dazu bereit, mit gleichschalten zu lassen und ich finde, dass nicht „wir“ paranoid sind, sondern dass jene Menschen paranoid sind, die das Gegenteil behaupten, obwohl eine eindeutige Beweislage nachweisbar ist!

 

Der Artikel von unserem "Experten" Uwe Knop kann hier aufgerufen werden.

 

 

 

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