Keto-Basics: Das Insulin

Das Insulin

 

Wenn es ums Dickwerden geht kommt man an einem ganz bestimmten Hormon nicht vorbei, die Rede ist hier vom Insulin. Insulin hat in unserem Organismus aber nicht nur die Aufgabe, den Blutzuckerspiegel nach einer kohlenhydratlastigen Mahlzeit zu senken: Insulin hat im Körper ganz viele unterschiedliche Aufgaben, auch wenn wir dazu neigen, dem Insulin lediglich die blutzuckersenkende Wirkung zuzusprechen.

 

 

 

 

Insulin ist ein äußerst potentes Hormon der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und es entsteht in den sogenannten Beta-Zellen der Langerhans’schen Inseln. Chemisch gesehen handelt es sich hierbei um Aminosäuren(ketten) und innerhalb von 24 h gibt unsere Bauchspeicheldrüsen etwa 20 Prozent des gespeicherten Insulins ins Blut ab und zwar immer dann, wenn es benötigt wird: Kohlenhydrate die über unsere tägliche Ernährung in Form von Gemüse oder Obst aufgenommen werden, enthalten Zucker oder zumindest solche Bestandteile, die sich in unserem Körper zu Zucker verstoffwechseln lassen (zum Beispiel Stärke aus Kartoffeln). Einfache oder reine Kohlenhydrate (Glukose und Fruktose) können dabei auf direktem Wege über die Schleimhäute des Dünndarms aufgenommen werden und sie finden so ihren Weg ins Blut. Zuckersorten die zusammengesetzt sind (Rohrzucker, Milchzucker etc.) müssen in unserem Darm erst chemisch gespalten werden, bevor sie ins Blut aufgenommen werden können.

 

Mit der Aufnahme von Zucker in unseren Blutkreislauf wird dann sozusagen eine Insulinantwort ausgelöst und diese fällt, abhängig von der zugeführten Zuckermenge, mehr oder weniger stark aus. Was geschieht nun mit dem Zucker in unserem Blutkreislauf?

 

Nun, um den Zucker dorthin zu bekommen, wo er benötigt wird, nämlich in unseren Zellen, muss eine ganz bestimmte Voraussetzung erfüllt sein. Die überwiegende Zahl unserer Zellen können nur dann Glukose aufnehmen, wenn Insulin präsent ist. Wenn eine pathologische Störung vorliegt und ein Mensch kein Insulin mehr produziert, dann würde dieser an der langen Hand verhungern, weil die Kohlenhydrate ihren Weg in die Zellen nicht finden. Insulin ist für den Transport des Zuckers in die Zelle verantwortlich, hier kann dieser dann von den Zellen zur Energiegewinnung genutzt werden. Aber Insulin macht noch mehr in unserem Organismus, denn es hat noch eine weitere Stoffwechselfunktion: Insulin reguliert sowohl den Protein- als auch den Fetthaushalt.

 

Menschen die an Diabetes mellitus Typ 1 erkrankt sind, verfügen über kein Insulin denn hier liegt ein absoluter Insulinmangel vor. Aufgrund dieser Tatsache dürfen sich diese Menschen nicht ketogen ernähren, denn die Folge wäre eine lebensbedrohliche Ketoazidose. Der Körper bzw. das Blut würde von Ketonen überschwemmt werden und würde sozusagen „versäuern“ – mit fatalen Folgen. Anders sieht das bei Menschen aus, die zwar noch Insulin produzieren, aber nicht mehr in einer auseichenden Menge (oder eine Resistenz des Körpers vorliegt). Für diese Menschen ist die ketogene Ernährung ein Segen und kann dazu führen, dass sich ein vorliegender Diabetes mellitus Typ 2 sogar vollständig zurückbildet.

 

Zucker und Fette – eine gefährliche Kombination

 

Ich habe bereits erwähnt, dass das menschliche Insulin nicht nur Zucker in die Zellen schleust, sondern auch an anderen Stoffwechselvorgängen beteiligt ist. Insulin sorgt neben dem blutzuckersenkenden Effekt auch noch dafür, dass Fette die zusammen mit Zucker aufgenommen werden, in unseren Fettdepots landen. Wenn wir hingegen Fette lediglich in Kombination mit Proteinen zuführen, fehlt eine entsprechende Insulinantwort des Körpers und diese Fette werden auf anderem Wege abgebaut bzw. verstoffwechselt. Und genau das ist das größte Problem vor dem wir heute stehen, denn unsere Ernährung hat nicht nur einen großen Anteil an Kohlenhydraten, sondern sie ist oftmals auch sehr fettreich, das beste Beispiel hierfür ist Fastfood. Und nun beginnt sich die Spirale zu drehen, denn umso mehr Nahrung in dieser Kombination zugeführt wird, umso gewichtiger werden wir und dies alleine auf der Tatsache beruhend, dass Insulin eben dafür sorgt, dass Fette eingelagert werden können. Kohlenhydrate und Fette vertragen sich nicht, sie müssen unabhängig voneinander zugeführt werden, wenn man eine Gewichtszunahme vermeiden möchte!

 

Insulin…

 

-> … ist das einzige Hormon, das in der Lage ist, den Blutzuckerspiegel zu senken

 

-> … ist der Gegenspieler von Glucagon sowie Kortisol, Adrenalin (und anderen Hormonen), diese lassen den Blutzuckerspiegel steigen

 

->… ist an der Verstoffwechslung von Fett und Protein beteiligt

 

-> … hemmt die hepatische Gluconeogenese

 

-> … hemmt die Proteolyse

 

-> … hemmt die Glykogenolyse

 

-> … fördert das Speichern von Aminosäuren in der Muskulatur

 

-> … steigert die Triglyceridsynthese in Leber- und Fettgewebe

 

-> … induziert die Glykogensynthese sowie deren Speicherung in Leber und Muskulatur

 

-> … beschleunigt die Glukoseaufnahme in Muskel- und Fettzellen

 

-> … beschleunigt die Aufnahme von Aminosäuren und Kalium in Muskel- und Fettzellen

 

Wenn man nun das Wirkungsprofil des Insulins genauer unter die Lupe nimmt, dann wird klar, warum wir zunehmen, wenn wir insbesondere „ungesunde“ Kohlenhydrate zuführen, die nicht erst von unserem Körper chemisch zerlegt werden müssen, sondern ohne Umwege ihren Weg in den Blutkreislauf finden. Übrigens, wenn wir zu viel Protein zuführen, dann verstoffwechselt unsere Leber das Überangebot zu D-Glukose – das bedeutet, man hätte dann auch Zucker essen können, denn dieser Prozess sorgt ebenfalls für eine entsprechende Insulinantwort und dies bedeutet wiederum, dass man aus dem ketogenen Stoffwechsel fallen würde.

 

 

 

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