Warum es an der Zeit ist, Nestlé endlich den Kampf anzusagen

Warum es an der Zeit ist, Nestlé endlich den Kampf anzusagen

 

Nestlé ist mir bereits seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge, viele Produkte würde ich nicht einmal mit einer Kneifzange anfassen, weil sie einfach nicht in meinen ketogenen Ernährungsstil passen und nicht nur kohlenhydratlastig und low-fat sind, sondern weil sie auch mit allerlei Substanzen zugesetzt sind, die ich so in dieser Form einfach nicht zu mir nehmen möchte. So brüstet sich Nestlé in einem Unternehmensprofil beispielsweise damit, dass jodiertes Speisesalz in vielen Produkten "erfolgreich" eingesetzt wird. Dies ist ja aus Unternehmersicht offensichtlich ein wertvoller Beitrag zur Gesundheit der Konsumenten. Auf der anderen Seite werden dann Millionen Tonnen Instant-Suppennudeln in Indien vom Markt genommen und vernichtet, nachdem die Behörden feststellen mussten, dass diese mit Blei und Asche kontaminiert waren (2015) - aber slow down, eins nach dem anderen...

 

 

Foto: By Ricardo Stuckert/PR (Agência Brasil [1]) [CC BY 3.0 br (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/br/deed.en)], via Wikimedia Commons

 

 

Die Nestlé-Skandale der letzten Jahrzehnte 

 

Der Konzern kämpft bereits seit Jahren mit negativen Schlagzeilen und immer wieder wundert es mich, dass so viele Menschen dem Unternehmen trotzdem weiterhin die Stange halten. Es ist noch gar nicht lange her, als das Unternehmen mit dem Hashtag #FragNestlé für Spott sorgte und dabei einen unglaublichen Shitstorm auslöste. Wollte man eigentlich mit dieser Aktion für mehr Unternehmenstransparenz sorgen zu einer Zeit, als ARD einen Nestlé-Markencheck ausstrahlte, doch das Gegenteil war der Fall.

 

Blei in Maggi-Nuddeln

 

Indische Behörden stellten im Juni 2015 fest, dass die Instant-Suppennudeln des Tochterunternehmens Maggi bedenklich hohe Blei-Konzentrationen aufwiesen. Die Menge an Blei lag dabei teilweise um das siebenfache höher, als die zulässige Höchstmenge. Ganz nebenbei kommt in mir aber dabei ein ganz anderer Gedanke auf, denn was um Himmelswillen hat Blei in unseren Lebensmitteln zu suchen? Eine gesetzlich zugelassene Höchstmenge für Blei? Ich möchte kein Blei in meinen Lebensmitteln…

 

 

Milchpulver-Skandale

 

Skandale um Milchpulver gab es bei Nestlé im Laufe der Unternehmensgeschichte ja bereits mehrfach. Sowohl in den 70er als auch in den 80er Jahren wurde bereits flächendeckend Milchpulver an Mütter in diversen Entwicklungsländer verteilt. Damit aber noch nicht genug. In Indien beispielsweise wurden Ärzte gekauft und Pflegepersonal instruiert, um werdenden Müttern vom Stillen abzuraten. Sie sollten viel lieber Milchpulver von Nestlé an die Neugeborenen verfüttern. Milchpulver von Nestlé und kontaminiertes Trinkwasser – die Mischung macht es halt und ich glaube, wir müssen an dieser Stelle nicht weiter davon sprechen, dass dies ein Verbrechen an der Menschheit ist. Ich arbeite zum aktuellen Zeitpunkt auf einer Station mit Wöchnerinnen und sowohl unsere Pflegefachkräfte als auch die Ärzteschaft predigt Tag für Tag: Stillen, stillen, stillen! Nichts ist physiologischer und natürlicher als das Stillen und wir wissen erfahrungsgemäß, dass diese Kinder gesünder sind, weil sie einfach ein viel besseres Immunsystem aufbauen können. Die Bindung zur Mutter wird eine ganz andere sein. Kinder die gestillt wurden, entwickeln sich wesentlich besser als Flaschenkinder. Sie haben einen höheren IQ, entwickeln sich persönlich viel besser, haben weniger Probleme im Jugendalter und beruflich kommen sie nicht selten weiter im Leben, als Flaschenkinder. Das sind die Fakten und nun kommt ein Unternehmen wie Nestlé daher, wohlwissend wie sich das Stillen auf das Neugeborene auswirkt und bezahlt Ärzte um Müttern das Stillen auszureden. Bedarf es an dieser Stelle noch eines weiteren Kommentars? Ich glaube nicht…

 

Im Jahre 2008 folgte dann der nächste Nestlé-Hammer: In China hatte ein anderes Tochterunternehmen Milchpulver in den Handel gebracht, dass verunreinigt war. Man vermutete damals, dass es an der verwendeten Verpackung lag, man fand die Industriechemikalie Melamin und dies führte zu schweren Nierenerkrankungen, rund 300.000 Kinder mussten in Krankenhäusern behandelt werden und manche zahlten dank Nestlé mit ihrem Leben…

 

Nespresso-Müllberge

 

Doch damit noch nicht genug denn das Unternehmen sorgt auch weiterhin Jahr für Jahr für ordentlichen Zündstoff. Kapselautomaten sind beliebter denn je und so muss man sich nicht wundern, dass jede vierte gebrauchte Kapsel einer Kapselmaschine von Nestlé in Deutschland stammt. So wie der Markt dafür rasant in den vergangenen Jahren anstieg, so stieg auch gleichzeitig der damit verbundene Müllberg. Zwar macht das Unternehmen ordentlich Werbung fürs Recycling, doch unterm Strich und vorsichtig geschätzt muss man zu dem Schluss kommen, dass mit wirklich gutem Willen höchstens die Hälfte der aus Kunststoff und Aluminium bestehenden Kapseln wiederverwendet werden konnten.

 

Das miese Trinkwasser-Geschäft

 

Doch weiter in der Reihe „Die miesen Machenschaften eines Weltkonzerns“… In einem Interview hatte einer der wichtigsten Nestlé-Funktionäre Peter Brabeck-Letmathe gesagt, dass Wasser kein öffentliches Gut sei und was noch viel schlimmer ist, er behauptete, dass der Zugang zu Wasser kein Menschenrecht sei. Wasser habe einen Marktmarkt. Nun, an dieser Stelle wird einem das gesamte Ausmaß dieser kriminellen Vereinigung bewusst. Nestlé hat weltweit Wasserrechte erworben und insbesondere auch in solchen Regionen, in denen Wasser richtig knapp ist. Wer mehr über die Machenschaften des Unternehmens zu diesem Thema erfahren möchte, dem kann ich die Dokumentation Bottled Life empfehlen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbildung: Peter Brabeck-Letmathe (Foto: Von Antônio Cruz/ABr - Agência Brasil [1], CC BY 3.0 br, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2828028)

 

Fazit

 

Nestlé ist für mich ein absolutes No-Go. Ich bin nicht gewillt, mich zu einem Nestlé-Zombi erziehen zu lassen und ich möchte auch nicht für Produkte von Unternehmen zahlen, die der Meinung sind, dass das Recht auf Trinkwasser kein grundlegendes Menschenrecht wäre. Ich möchte keinen Konzern unterstützen, der wissentlich dazu verleitet, dass Millionen von Säuglinge mit Milchpulver-Nahrung gefüttert werden. Ich möchte kein Unternehmen unterstützen, dass unsere Umwelt mitsamt Lebewesen kontaminiert und dabei noch für Müllberge sorgt, die niemals abgebaut werden können. Ich möchte kein Unternehmen unterstützen, dass in seinen Produkten Jod, Fluoride, Blei und Melamin verarbeitet. Ich möchte frei sein zu entscheiden, was ich meinem Körper zumute und was nicht. Nestlé ist für mich und meine Art der Ernährung definitiv keine Option.

 

 

Internetlinks:

 

https://www.codecheck.info/news/Die-groessten-Skandale-Weshalb-Nestle-immer-wieder-in-der-Kritik-steht-175207

 

https://orange.handelsblatt.com/artikel/40262

 

http://www.spiegel.de/thema/nestle/

 

https://www.huffingtonpost.de/2015/09/29/schwere-vorwuerfe-gegen-nestle-im-markencheck-das-sind-babymilch-dealer_n_8213440.html

 

https://www.news.at/a/boykott-nestle-skandale-9105827

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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