Nestlé: Lukrative Geschäfte mit Trinkwasser in Pakistan

Nestlé: Lukrative Geschäfte mit Trinkwasser in Pakistan

 

Erst vor wenigen Tagen habe ich einen Artikel über die „Unternehmenspolitik und Philosophie“ des Nestlé-Konzerns geschrieben und auch erläutert, warum Nestlé nicht zu meinem ketogenen Lebensstil passt. Gestern habe ich mir dann in aller Ruhe den Dokumentar-Film „Bottled Life“ zu Gemüte geführt und es dauert nicht wirklich lange, bis ein weiterer Fauxpas aus dem Hause Nestlé Schlagzeilen macht.

 

 

 

Und so liest man heute in der Frankfurter Rundschau (26.03.2018), dass Nestlé lukrative Geschäfte mit Trinkwasser in Pakistan macht. Ich finde, das Maß ist voll. Wer in Pakistan Leitungswasser trinken muss läuft Gefahr, an Diarrhoe, Typhus, Hepatitis und Parasiten zu erkranken. Doch dank Nestlé kann man in pakistanischen Supermärkten Nestlé-Wasser kaufen, dass sich kein normaler Bürger leisten kann. Das bedeutet, dass qualitativ hochwertiges Trinkwasser nur einer kleinen Bevölkerungsschicht vorbehalten ist. Nestlé sei Dank!

 

Laut der pakistanischen Regierung sind rund 40% aller Erkrankungen auf verseuchtes Wasser zurückzuführen. Eine unabhängige Untersuchung aus dem Jahre 2009 ergab, dass jährlich rund 250.000 Menschen an diesen Folgen sterben. Man muss heute davon ausgehen, dass die tatsächliche Ziffer wesentlich höher sein muss, denn Pakistans Bevölkerung hat sich in den letzten Jahren drastisch nach oben hin verändert (man schätzt auf etwa 200 Millionen), bei schlecht bleibender Wasserqualität aus der Leitung.

 

Und was hat Nestlé dazu zu sagen? Nun, der Konzern bewirbt sein Wasser frei nach dem Motto „Wähle den gesunden Durstlöscher“ und das in einem Land, wo Menschen im Monat durchschnittlich nur 133,00 € für die gesamte Familie zum Leben haben.

Aber Nestlé hat aus den Skandalen der vergangenen Jahrzehnte gelernt und so präsentiert das Unternehmen eigene Studien die beweisen sollen, dass Nestlés Wasserabfüllbetriebe in Pakistan keinen erkennbaren Einfluss auf die Grundwasserstände haben.

 

Wirklich? Wird die überwiegende Mehrheit des Grundwassers in der Region tatsächlich für landwirtschaftliche Zwecke verwendet? Ich wage dies zu bezweifeln und wer die Dokumentation Bottled Life gesehen hat weiß nur zu gut, nach welcher Geschäftsphilosophie an der afrikanischen Elfenbeinküste vorgegangen wird.

 

Fakt ist, Nestlé verkauft nichts anderes als aufbereitetes Leitungswasser in den USA, in Afrika aber auch in Pakistan als gesunden, teuren Durstlöscher. Viele Menschen in den betroffenen Regionen leben weit unterhalb der Armutsgrenze. Angestellte von Nestlé an der afrikanischen Elfenbeinküste bekommen für 12 Stunden Arbeit lediglich je zwei 0,5 Liter-Flaschen Wasser zur Verfügung gestellt. Und das bei einer durchschnittlichen  Tagestemperatur von 33° C - gleichzeitig wird aber dafür geworben, täglich mindestens 2-3 Liter Wasser zu trinken.

 

Doch Nestlé ist ja ein grundgütiger Arbeitgeber und so dürfen Beschäftigte ab und an auch mal einen Liter mehr davon haben, nämlich immer dann, wenn ein beschädigtes Etikett bei der Qualitätsprüfung gefunden wird und diese nicht an den Einzelhandel weiterverkauft werden können.Klar doch, Qualität wurde bei Nestlé doch schon immer groß geschrieben… Der Umwelt zu Liebe werden in diesen Ländern auch wirklich ausschließlich Plastikflaschen mit Weichmachern verwendet, dies ist ein wichtiger Beitrag und man ist selbstverständlich stolz darauf, auch okönomisch-ökologische Aspekte in die Unternehmenspolitik miteinzubeziehen.

 

Und Nestlé sorgt sich auch rührend um die Menschen vor Ort, so warnt der Konzern die Menschen davor, mit dem Trinken nicht zu warten bis sie dehydriert sind. Das Wasser das Nestlé in Pakistan verkauft ist sowohl in der Mittel- als auch in der Oberschicht der absolute Renner, angesichts der „desolaten Trinkwassersituation“ wundert es aber nicht wirklich und die Tatsache, dass die Mehrheit, nämlich die Unterschicht, sich dieses Wasser überhaupt nicht leisten kann, schmälert die Gewinne des Konzerns keineswegs, schließlich wird das Wasser für das tausendfache des eigentlichen Marktpreises weiterverkauft.

 

Was mich so fassungslos macht ist die Tatsache, dass Nestlé auf Kosten von sogenannten "Entwicklungsländern" Ressourcenraub betreibt.

Doch Nestlé hält sich dabei an die Gesetze einer korrupten Regierung und erwähnt dies auch sehr gerne immer wieder.

 

Die Wasserversorgungssituation in Pakistan spitzt sich auch in den nächsten Monaten und Jahren zu und alleine in Lahore sinkt der Grundwasserspiegel pro Jahr um fast einen Meter. Noch vor zwanzig Jahren kam das Wasser aus zehn Meter Tiefe, dank Nestlé muss man mittlerweile 250 Meter tief bohren, um an das „blaue Gold“ zu kommen.

 

Nestlé hat zum aktuellen Zeitpunkt rund 95 Produktionsstandorte in 34 unterschiedlichen Ländern. Alleine in dieser Sparte scheffelt Nestlé jährlich rund 6,5 Milliarden Euro, dies macht in etwa ein Zwölftel des Gesamtumsatzes aus. Nestlé hält an seinem aggressiven Kurs weiterhin fest und ich bin absolut davon überzeugt, dass der Konzern seinen Gewinn auch in diesem Jahr beachtlich steigern wird.

 

 

 

 

 

 

 

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