Ketogene Ernährung: 10 erstaunliche Fakten [2.0]

 

Ich habe mich bereits in einem meiner ersten Beiträge mit dem 

Keto-Effekt der mediterranen Küche auseinandergesetzt. Dass auch die ketogene

Ernährungsweise gesund und ausgewogen gestaltet werden kann (und sollte),

habe ich auf etlichen Seiten in meinem "Handbuch der ketogenen Ernährung"

ausgearbeitet. Und auch heute bin ich fest davon überzeugt, dass bei einer gut

durchdachten Zusammensetzung der Makro- und somit auch der Mikronährstoffe,

das Supplementieren in Form von Pillen und Pülverchen absolut nicht notwendig ist.

Wer regelmäßig supplementiert muss zum aktuellen Zeitpunkt leider davon ausgehen,

dass er sich und seinem Körper nichts Gutes tut. Die Datenlage dazu ist erdrückend

eindeutig und über die negativen Effekte einer dauerhaften Supplementierung ohne

einen diagnostizierten Nährstoffmangel, habe ich bereits vor wenigen Wochen berichtet.

Doch wenden wir uns nun den positiven Effekten im Rahmen einer ketogenen

Ernährungsweise zu.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier nun 10 interessante Fakten zum Thema "Ketogene Ernährung":

 

1. Die ketogene Ernährung kann bei Menschen mit einer pharmakoresistenten Epilepsie

als therapeutisches Mittel eingesetzt werden (insbesondere bei Kindern) und das

mit beachtlichen Erfolgen.

 

Anmerkung:

 

Die Epilepsie stellt eine häufige neurologische Erkrankung dar, welche zum großen Teil gut

medikamentös einstellbar ist. Dennoch leiden ein Drittel der Patienten unter rezidivierenden

Krampfanfällen, die sowohl gesundheitliche als auch psychosoziale Folgen nach sich ziehen.

Einen wichtigen Aspekt stellt die Diagnose selbst sowie die medikamentöse Therapie dar,

um nicht fälschlicherweise eine „Pseudoresistenz“ zu generieren. Im Falle einer

pharmakoresistenten Epilepsie existieren verschiedene Therapieansätze, mit denen eine

Anfallsfreiheit im weiteren Verlauf möglich werden kann. Dazu zählt auch die ketogene

Ernährungsweise.

 

2. Unser Organismus kommt ganz gut ohne Kohlenhydrate zurecht - entgegen

der landläufigen Meinung. Viele Kohlenhydrate sind "leer" und haben so gut

wie keinen Nährwert (gemeint sind hier nicht die "guten" Kohlenhydrate in Form von

Gemüse, Obst und Ballaststoffen) für unseren Körper.

Das ist auch der Grund, warum Menschen im Kohlenhydrat-Stoffwechsel deutlich

mehr Nahrung zu sich nehmen müssen, als im keto-adaptierten Zustand.

Es gibt gewisse Strukturen, die ohne Glukose nicht funktionieren können, doch

der Mensch ist ein wahres Wunder, denn werden die benötigten Kohlenhydrate

nicht über die Nahrung zugeführt, kommt es in den Hepatozyten unserer Leber

zur sogenannten Gluconeogenese - also der Neubildung von Glukose.

 

Anmerkung:

 

Die folgenden "Strukturen" sind auf die Zufuhr von Glucose angewiesen, aus

diesem Grund werden sie auch als "obligate Glucoseverbraucher" bezeichnet:

 

- Gehirn (wobei hier der Bedarf an Glucose nahezu zur Hälfte durch die Ketonkörper

ersetzt werden kann unter dem Einfluss der Ketose, darüber hatte ich bereits in

diesem Beitrag berichtet)

 

- Nervensystem

 

- Erythrozyten (die roten Blutkörperchen)

 

- Medulla renalis (Nierenmark)

 

3. Ketone sind in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren und sie versorgen

unser Gehirn mit wertvoller Energie: Die ketogene Ernährung ermöglicht dem

menschlichen Gehirn eine Leistungssteigerung von bis zu 30%. Die grundlegenden

Mechanismen erläutere ich im "Handbuch der ketogenen Ernährung" in einem

eigenen Kapitel detailliert. In meinem Beitrag vom 04.05.2018 habe ich über den

"Brain-Effekt" der ketogenen Ernährung berichtet.

 

Anmerkung:

 

Ketone sind chemische Verbindungen, die als funktionelle Gruppe eine nicht endständige

Carbonylgruppe (>C=O) enthalten. Eine Ketogruppe [C–C(O)–C] enthält drei Kohlenstoffatome.

Alle Ketone enthalten mindestens drei Kohlenstoffatome. Im Gegensatz zu den Aldehyden ist

hier der Carbonylkohlenstoff in beide Bindungsrichtungen mit Kohlenstoffatomen verbunden.

Ketone kann man als Oxidationsprodukte sekundärer Alkohole auffassen.

 

Die von den Alkanen ableitbaren Ketone nennt man auch Alkanone. Entsprechend bezeichnet

man die auf Alkene und Alkine zurückzuführenden Ketone als Alkenone (siehe Enone)

bzw. Alkinone. Das einfachste Keton ist Aceton. Ein einfaches aromatisches Keton ist Benzophenon (Diphenylketon). Ein gemischtes Keton ist Acetophenon (Methylphenylketon).

 

4. Es gibt keine andere Ernährungsform, mit der ein derartiger Gewichtsverlust

wie im Rahmen der ketogenen Ernährungsweise erzielt werden kann. Der zugrunde

liegende Mechanismus ist die Ketogenese, dabei werden aus Fettsäuren, die aus

dem Fettdepot mobilisiert werden, die 3 Ketone Acetat, Acetoacetat und Beta-

Hydroxybutyrat synthetisiert. Diese versorgen den Organismus mit Energie und

in der "Flamme der Ketogenese" schmelzen die Pfunde nur so dahin.

 

Anmerkung:

 

Es ist kein Geheimnis, dass der Zustand der Ketose zu einem hohen Fettabbau

führt. Es liegen hier mehrere Mechanismen zugrunde. Ein Grund dafür ist die 

Tatsache, dass der Insulin-Spiegel maßgeblich beeinflusst wird und ein niedriger

Insulin-Spiegel ist eine absolute Voraussetzung dafür, wenn es darum geht, das Fett

schmelzen zu lassen. Insulin hat eine fettspeichernde Charakteristik und ein

weiterer Nebeneffekt eines niedrigen Insulinspiegels im Körper, ist ein vermindertes

Hungergefühl. Das verminderte Hungergefühl kommt dadurch zustande, dass die

Makronährstoffe der ketogenen Ernährung zum einen eine viel höhere Energie-

dichte aufweisen - aber auch durch die fehlenden Schwankungen des Blutzucker-

spiegels kommt es zu diesem angenehmen Nebeneffekt.

 

Die Schwankungen des Blutzuckerspiegels sind unter dem Kohlenhydrat-

Stoffwechsel wesentlich intensiver und das, in beide Richtungen (sowohl in 

Richtung Hyper- als auch in Richtung Hypoglykämie). Einer kohlenhydratlastigen

Mahlzeit folgt unter physiologischen Bedingungen eine entsprechende Insulin-

antwort mit einem entsprechenden Blutzuckerspiegel-Abfall.

 

5. Die ketogene Ernährung hat aber noch viel mehr zu bieten: Sie beeinflusst

den Verlauf einer depressiven Episode signifikant und kann therapeutisch

eingesetzt werden. Es gibt hierfür mehrere Erklärungsansätze. Vollständig sind

die Mechanismen zum jetzigen Zeitpunkt nicht geklärt, doch wissen wir, dass

die ketogene Ernährung einen maßgeblichen Einfluss auf den Hormon-Haushalt

nimmt, insbesondere Botenstoffe wie das Serotonin aber auch das Melatonin

sind hiervon betroffen.

 

Denn: In der Nacht, also dann wenn es draußen dunkel wird, wird in der Epiphyse

(Zirbeldrüse) vorhandenes Serotonin in Melatonin umgewandelt. Dieses Melatonin

ist nicht nur für die Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus zuständig, nein -

dieses Melatonin repariert über Nacht Zellschäden und sorgt so für die Regeneration

und Gesunderhaltung des Körpers. Wenn der Serotonin-Haushalt durch die 

Präsenz von Ketonen beeinflusst wird, dann muss davon ausgegangen werden, das

auch "mehr" Melatonin zur Verfügung steht, um eben diese Zellschäden-Reparatur

in der Nacht zu vollbringen.

 

Und jeder der einmal das Heilfasten praktiziert hat,

ohne dabei etwas von der Ketose gewusst zu haben, der weiß, dass sich

nach einigen Tagen ein "Glücksgefühl" und eine "euphorische Grundstimmung"

einstellen kann. Die gleichen Effekte erzielt man durch die therapeutische Ketose.

 

Anmerkung:

 

Jedes Jahr sterben alleine in Deutschland mehr als 10.000 Menschen an

Suizid (Selbstmord). Nicht selten liegt eine psychische Grunderkrankung

vor und häufig handelt es sich dabei um die "echte Depression".

 

Die Depression ist eine (pathologische) psychische Störung, die mit

folgender Symptomatik einhergehen kann:

 

- gedrückte Stimmungslage

- mangelndes Interesse

- relative Freudlosigkeit

- relative Abulie (Antriebsarmut)

- Gefühl der Gefühlslosigkeit

- Konzentrationsmangel

- sinnloses Gedankenkreisen

 

Depressionen können sich aber auch durchaus in körperlichen

Symptomen manifestieren. Diese können unter anderem sein:

 

- Schlaflosigkeit

- Angstzustände

- Gewichtsverlust

- Verspannungen und Muskelschmerzen

- Gewichtszunahme

- erhöhte Infektanfälligkeit

 

Jede echte Depression kann mit einer latenten Suizidalität verbunden

sein und deshalb gehört sie in die Hand eines erfahrenen Arztes.

 

Eine depressive Verstimmung darf nicht mit einer echten Depression

im Sinne des ICD-10-Diagnoseschlüssels verwechselt werden.

 

6. Im Rahmen einer ketogenen Ernährungsweise stabilisiert sich der Blutzucker-

spiegel enorm und dies sogt in einem erheblichen Ausmaß für die Gesund-

erhaltung von Körper, Geist und Seele.

 

7. Unter dem Einfluss der Ketogenese kann sich ein diagnostizierter

Diabetes mellitus Typ II vollständig zurückbilden.

 

Anmerkung:

 

Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die auf Insulinresistenz oder Insulinmangel

beruht und durch einen chronisch erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Sie ist mit

einem deutlich erhöhten Risiko für schwere Begleit- und Folgeerkrankungen verbunden.

Das Vorstadium eines Diabetes mellitus bezeichnet man als Prädiabetes.

 

8. Wer sich ketogen ernährt isst eindeutig weniger, denn die zugeführten

Makronährstoffe Fett und Protein machen deutlich länger satt, als

Kohlenhydrate.

 

9. Menschen, die häufig unter Migräne leiden profitieren ebenso (nach

einer erfolgreich durchgestandenen Adaptionsphase) von dieser
Ernährungsform. Ausführliche Informationen zu diesem Thema findest

du ebenfalls im "Handbuch der ketogenen Ernährung".

 

Anmerkung:

 

Migräne bezeichnet bestimmte, anfallsweise auftretende Kopfschmerzen (Migräneattacken),

die durch Bewegung verstärkt werden. Zusätzlich zu den Kopfschmerzen müssen andere

Symptome wie etwa Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Licht- und Lärmempfindlichkeit auftreten.

Teilweise gehen der Migräne besondere Empfindungen wie zum Beispiel Sehstörungen voraus,

die sogenannte Aura. Zur Behandlung eignen sich neben Medikamenten entspannende Therapien.

Das Ziel der Migränebehandlung ist es, die Symptome zu lindern und die Häufigkeit der

Migräneattacken zu verringern.

 

Die genauen Ursachen der Migräne sind unbekannt, jedoch kennt man Auslöser der Migräneattacken

(sogenannte Trigger). Diese können von Person zu Person unterschiedlich sein. Man geht davon aus,

dass bei der Migräne das Gleichgewicht des Gehirnstoffwechsels gestört ist; insbesondere sind

dabei Botenstoffe wie Serotonin, Noradrenalin und CGRP (Calcitonin-Gene-Related-Peptide) fehlreguliert.

Diese beeinflussen unter anderem die Schmerzempfindlichkeit der Blutgefäße. Offenbar sind bei der

Migräne die kleinen Blutgefäße des Gehirns (Arteriolen) entzündlich verändert. Außerdem kommt es

zu einer fehlenden Schmerzhemmung im Hirnstamm mit den typischen Migränekopfschmerzen.

 

10. Das Ei ist eines der wichtigsten Makronährstoffe der Keto-Küche.

Dies liegt zum einen an der biologischen Wertigkeit und zum anderen

an der Tatsache, dass Eier unseren Organismus mit wertvoller Energie

versorgen. Lange Zeit galt das Ei als die Cholesterin-Bombe überhaupt,

doch dem ist nicht so und Studien belegen, dass man jeden Tag 2 Eier

essen kann, ohne mit gesundheitlichen Folgen rechnen zu müssen.

 

 

 

 

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