Pathologische Anatomie: Prostatakarzinom

 

 

Die Prostata ist ein Drüsenorgan des männlichen Geschlechts, sie ist etwa kastaniengroß und liegt anatomisch gesehen unterhalb der Blase. Jedes Jahr erkranken rund 65.000 Männer an Prostata-Ca [Ca=Carcinoma], bei mehr als 12.000 Männern führt die Erkrankung sogar zum Tode. Die Prostata, auch als Vorsteherdrüse bezeichnet, kann sich auch gutartig vergrößern (benigne Prostatahyperplasie BPH) und früher oder später kommt es bei fast allen Männern zu solchen Veränderungen. Das Wachstum führt dazu, dass es Probleme bei der Miktion gibt, denn durch die Vergrößerung des Drüsenorgans wird die Harnröhre in ihrem Lumen verlegt, im Extremfall versiegt die Miktion und dann liegt ein absoluter medizinischer Notfall vor.

 

Abbildung: By Male_anatomy_en.svg: *Male_anatomy.png: alt.sex FAQderivative work: Tsaitgaist (talk)derivative work: Createaccount (This file was derived from: Male anatomy en.svg:) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/) or GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html)], via Wikimedia Commons

 

Problematik bei Veränderungen der Prostata

 

- Bildung von Restharn

- Restharn begünstigt die Entstehung von Blasensteinleiden

- Restharn in der Blase ist der perfekte Nährboden für Bakterien (HWI)

- Es droht im schlimmsten Falle die totale Harnretention und die Überdehnung der Blase mit starkem Schmerz (Notfall!).

- BPH kann auch entarten und bösartig werden, regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind deshalb unerlässlich!

 

Anatomische Physiologie der Prostata

 

Die Prostata ist ein akzessorisches Drüsenorgan, es kommt bei allen männlichen Säugetieren vor und es produziert einen Teil der Samenflüssigkeit. Sie umkleidet die Harnröhre (Urethra) bis hin zum Beckenboden. An die Rückseite der Drüse grenzt der Mastdarm, das Rektum. Aus diesem Grunde kann die Prostata vom Enddarm aus mit den Fingern ertastet werden bei der körperlichen Untersuchung.

 

Die Prostata liegt subperitoneal (also unter dem Peritoneum) und sie ruht auf dem Diaphragma urogenitale und sie schmiegt sich kaudal an den Fundus der Harnblase an. Durch die Prostata verläuft beim Mann der paarig angelegte Spritzkanal, der Ductus ejaculatoris. Durch diesen fließen während der Ejakulation etwa 70% des Ejakulat-Volumens hindurch, nämlich die Anteile aus dem Nebenhoden und der Bläschendrüse. Die Prostata fungiert somit als exokrine Drüse mit Ausführungsgängen in die Harnröhre, dabei besteht sie aus etwa 30-50 Einzeldrüsen, die korrekte Bezeichnung hierfür ist tubuloaveoläre Drüsen. Diese produzieren ein Sekret, das bei der Ejakulation in die Harnröhre abgegeben wird und sich dann mit den Spermien vermengt. Das Sekret der männlichen Prostata macht in etwa 30% des Ejakulats aus. Das Sekret aus der Prostata erhöht mit seinem pH-Wert (6,4) die Überlebenschancen der Spermien, denn das vaginale Milieu der Frau ist physiologisch sauer angelegt, zum Schutz vor Infektionen. Ferner enthält das Sekret aus der Prostata ein sogenanntes biogenes Amin zur Zellproliferation, dieses wirkt bewegungsfördernd und auslösend auf die Spermien. Auch ein prostataspezifisches Antigen wird über die exogene Drüse sezerniert, es handelt sich dabei um eine Serinprotease, welche das Ejakulat durch Proteinspaltung dünnflüssiger macht, was zur Fortpflanzung von Vorteil ist. Ferner ist das PSA ein sehr wichtiger laborchemischer Tumormarker. Die Funktion der Prostata wird über das Geschlechtshormon Testosteron reguliert. Die Stelle im Rektum, wo während einer Untersuchung die Prostata ertastet werden kann, gilt als sogenannter männlicher G-Punkt.

 

Erkrankungen der Prostata

 

- Prostatitis

- BPH (Benigne Prostatahyperplasie)

- maligne Tumoren

 

Maligne Tumoren der Prostata

 

Der Prostata-Ca ist eine maligne Tumorerkrankung und geht vom Drüsengewebe der Prostata aus. Es handelt sich in Deutschland um die häufigste Krebserkrankung des Mannes, nach Lungen- und Darmkrebs.

 

Problematisch ist die Tatsache, dass die Entartung im frühen Stadium oftmals nur mit geringer oder eben keiner Symptomatik einhergeht. Die Beschwerden treten erst auf, wenn es sozusagen fast schon zu spät ist und der Krebs ungehindert streuen konnte.

 

Symptome

 

- Miktionsstörungen, Harnretention

- Metastasierung führt zu Knochenschmerzen, Lymphknotenschwellung

- Restharnbildung

- Nykturie

- Pollakisurie (häufiges Lassen geringer Mengen)

- Dysurie (erschwertes Wasserlassen)

- Erektionsstörungen (Druckschädigung von Nerven des Kreuzbeinbereiches)

- Hämaturie

- Hämatospermie

- Anämie, Gewichtsverlust

 

Risikofaktoren

 

- Genetische Disposition

- Lebensweise

- Rezidivierende Entzündungen der Prostata

- Häufige wechselnde Sexualkontakte

- Sonnenmangel

- Ernährung

 

Therapie

 

- Chemo- und Strahlentherapie

- Operative Entfernung (Prostatektomie)

- Hormontherapie

- Palliativtherapie

- Aktives beobachten

 

 

Stadieneinteilung nach der TNM-Klassifikation

 

Um die Behandlung und die geeigneten Therapiemöglichkeiten finden zu können, werden maligne Entartungen nach international gebräuchlichen Kriterien klassifiziert. Dies ermöglicht die Bestimmung der anatomischen Ausbreitung, aber auch die Bestimmung der unterschiedlichen Stadien. Vor einer Operation erfolgt eine vorläufige Einstufung, die tatsächliche Einstufung kann jedoch erst nach einer mikroskopischen Untersuchung präzisiert werden (Biopsie).

Die TNM-Klassifikation besteht dabei aus drei wesentlichen Kriterien:

 

 T – Tumor

 N – Nodus (Knoten/Lymphknoten)

 M – Metastasen

 

Der Unterschied zwischen einem Adenom und dem Karzinom

 

Grundsätzlich gibt es zunächst zwischen dem Adenom und einem Karzinom einen gewaltigen Unterschied. Ein Adenom ist zunächst eine benigne, also gutartige Wucherung/Neoplasie (Neubildung) eines Gewebes und generell kann das Adenom jedes Organ treffen. Die häufigsten Adenome findet man im Gastro-Intestinal-Trakt, nämlich als Polypen im Colon. Und obwohl Adenome zunächst benigne sind, können sie für den menschlichen Organismus doch zum Problem werden, denn grundsätzlich kann sich aus jedweder gutartigen Geschwulst ein bösartiges Karzinom entwickeln und deshalb sind auch Adenome „mit Vorsicht zu genießen“. Aus diesem Grund wurde in der Humanmedizin die sogenannte Adenom-Karzinom-Sequenz postuliert, dabei handelt es sich um ein Erklärungsversuch bzw.  Modell, um die Tumorentstehung aus gutartigen Vorstufen zu erklären. Maligne Tumore entstehen immer in einem mehrstufigen Prozess, einer Sequenz. Die maligne Neoplasie entwickelt sich in den letzten Sequenz-Phasen auf der Basis diverser Faktoren wie beispielsweise einer sukzessiven Mutation diverser Tumorsuppressor- und Protoonkogene. Selbstverständlich spielen dabei auch Lebensstil und genetische Faktoren eine übergeordnete Rolle.

 

 

 

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