Keto-Basics: Die Wirkungen von Alkohol auf die Ketogenese

November 17, 2018

 

Grundsätzlich möchte ich an dieser Stelle eines deutlich machen:

Im Rahmen einer ketogenen Ernährungsweise gehört Alkohol einfach

nicht auf den täglichen Speise- und Genuss-Plan, denn Alkohol stellt für

unseren Organismus in diesem Zusammenhang ein Problem dar. Aber 

auch der Yogi und der "Ketogi" wissen, dass der Alkohol nichts für uns tut.

 

Natürlich spricht aber nichts dagegen, wenn Menschen ab und an auch

gerne einfach ein gutes Glas Wein trinken. Man sollte jedoch wissen, was

der Alkohol in unserem Organismus so anrichten kann...

 

 

 

Die Ketogenese

 

Unter der Ketogenese versteht man die Bildung von Ketonkörpern im Stoffwechselzustand des Kohlenhydratmangels. Die gebildeten Ketonkörper finden als Metabolite einen Weg in den Citratzyklus.

 

Zu den Ketonkörper zählen Acetoacetat, ß-Hydroxybutyrat und Aceton. Sie werden in den Mitochondrien der Hepatozyten gebildet. Ihre Synthese erfolgt, sobald die Konzentration von Acetyl-CoA in den Hepatozyten erhöht ist und gleichzeitig ein Mangel an Oxalacetat herrscht. Die Verbindung ist nötig, damit Acetyl-CoA in den Citratzyklus eintreten kann. Bei einer verminderten Zufuhr von Kohlenhydraten sinkt die Konzentration von freiem Oxalacetat, da es in der Gluconeogenese zur Synthese von Glucose verwendet wird.

 

Kohlenhydratmangel entsteht z.B. durch länger anhaltende Nahrungskarenz, aber auch bei Diabetes mellitus, wenn vorhandene Glucose nicht in die Zellen aufgenommen kann - oder aber, auch bewusst herbeigeführt, nämlich im Rahmen einer ketogenen Ernährungsform.

Im Gegensatz zu den Muskeln kann das Gehirn seinen Energiebedarf nicht durch den Abbau von Fettsäuren decken. Besteht eine längere Nahrungskarenz, deckt das Gehirn seinen Energiebedarf zu einem immer größer werdenden Anteil aus der Oxidation der Ketonkörper.

 

Was Alkohol bewirkt

 

Grundsätzlich hat jedweder Alkohol einen negativen Einfluss auf die Ketose, zumal Alkohol auch in der Lage ist, eine Hypoglykämie (Unterzuckerung) zu provozieren oder eine bestehende Hypoglykämie zu verstärken. Für einen Diabetiker ist dies ein großes Problem, aber auch für Nicht-Diabetiker kann eine Hypoglykämie Probleme verursachen.

 

 

 

 

Der zugrunde liegende Mechanismus ist bis zum heutigen Zeitpunkt nicht vollständig geklärt, allerdings gibt es hierfür einige Lösungsansätze, die recht plausibel sind. Alkohol erhöht in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) die Durchblutung der insulinproduzierenden Beta-Zellen, hinzu kommt dann noch die Tatsache, dass viele alkoholische Getränke relativ viele Kalorien und Carbs enthalten. Nach dem Konsum von alkoholischen Getränken steigt somit der Blutzuckerspiegel exponentiell an. Dabei gilt die Faustregel, je hochprozentiger das alkoholische Getränk, desto hochkalorischer und somit desto höher die glykämische Last. Wer an Übergewicht leidet und sich ketogen ernährt weil er abnehmen möchte, sollte auf Alkohol definitiv verzichten.

 

Ein weiterer Mechanismus, der allzu oft unberücksichtigt bleibt: Im weiteren Verlauf kann sich die Wirkung auf unseren Blutzuckerspiegel drastisch umkehren, denn durch die physiologischen Prozesse in unserem Körper, die der Entgiftung vom Alkohol dienen, blockiert Alkohol für einen bestimmten Zeitraum die Arbeit der Leber. Und davon ist nun auch beispielsweise die lebensnotwendige Gluconeogenose (Neubildung von D-Glucose in unserer Leber) betroffen. Diese sorgt für einen ausreichenden Blutzuckerspiegel in Phasen der Kohlenhydrat-Restriktion (z.B. nachts oder eben während eines keto-adaptierten Stoffwechselzustands).

 

 

 

 

Forscher des Karolinska-Instituts in Stockholm haben aber einen weiteren Mechanismus entdeckt, der für die Hypoglykämie von Diabetiker im Zusammenhang mit Alkohol-Konsum steht: In Versuchen hatte man Ratten eine bestimmte Menge Ethanol injiziert, im Anschluss wurde mit einer speziellen Technik (u.a. der sogenannten "Mikrosphärentechnik") die Durchblutung der unterschiedlichen Gewebsstrukturen der Bauchspeicheldrüse untersucht. Das Ergebnis war überraschend: Die Durchblutung der insulinproduzierenden Zellen stieg nach der Applikation für einen bestimmten Zeitraum um das 4-fache an. Im gleichen Atemzug nahm aber auch die Insulin-Ausschüttung zu, bedingt durch die verstärkte Durchblutung. Die restlichen Regionen zeigten entweder keine Veränderungen, oder sogar eine vorübergehende Stagnation der Durchblutung. Die Folge war ein Abfall des Blutzuckerspiegels unter den Normwert und somit eine massive Hypoglykämie (!).

 

Alkohol & Ketose

 

Alkohol stellt für die Ketose ein Problem dar, denn die dadurch ausgelöste Insulinausschüttung führt dazu, dass die Ketogenese und somit die Bildung von Ketonkörper zum Stillstand kommt. Alkohol hat in der Keto-Küche nichts verloren und sollte lediglich an Cheatdays zugeführt werden. Alkohol führt aber nicht nur zu einer verstärkten Insulin-Ausschüttung, sondern belastet unseren Körper zusätzlich, wahrhaftig nicht gerade die besten Voraussetzungen, um sich diszipliniert zu verhalten und auf Kohlenhydrate zu verzichten…

 

 

 

 

 

 

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