Ketoga-Rezept N°3: Nelken-Kümmel-Öl

December 2, 2018

Die Gewürznelke

 

Der Gewürznelkenbaum mit seinen Nelken [Syzygium aromaticum] ist ein stark duftendes und scharf schmeckendes Gewächs, das ursprünglich auf den Molukken [den Gewürzinseln] beheimatet war. Heute sind Gewürznelken günstig im Handel erhältlich und selbst eine Bio-Qualität ist nicht unbedingt besonders teuer. Doch dies war nicht immer so, denn die Knospen mussten früher mühselig vor dem Erblühen noch von Hand gepflückt werden. Eine wirklich gute Nelkenqualität kann der Laie ganz leicht daran erkennen, dass sie sich in der Hand ölig anfühlen. Ölig fühlen sich qualitativ hochwertige Nelken deshalb an, weil sie eine Öl absondern, insbesondere dann, wenn die Nelken zerstoßen werden. Je entölter die Nelke, desto minderwertiger die Qualität. Nelken, die besonders stark entölt [und somit minderwertig] sind erkannt man auch daran, dass sie auf der Wasseroberfläche nahezu waagerecht schwimmen. Die Gewürznelke ist im europäischen Raum bereits seit dem frühen Mittelalter bekannt.

 

Die Bestandteile der Gewürznelke

 

Die Gewürznelke enthält bis zu 15% ätherisches Öl, im Vergleich zu anderen Essenzen ist dies ein relativ hoher Anteil. Die ätherischen Öle wiederum bestehen bis zu 80% und mehr aus Eugenol. Eugenol ist jene Substanz, die auch in der Zimtrinde vorkommt. Daneben finden sich in der Gewürznelke noch Eugenolacetat und Beta-Caryophyllen, das auch in anderen Gewürzen zu finden ist. Meistens kennen wir die Gewürznelke entweder aus traditionellen Lebkuchenrezepten, oder man verwendet sie hin und wieder zum Würzen von Braten, Marinaden, Fleischgerichten und Saucen. Die Gewürznelke ist daneben auch Bestandteil von Currypulver.

 

Symbolik der Nelke

 

Im Mittelalter galt die Gewürznelke als Symbol für die Passion Christi, erinnern die getrockneten Blüten bildhaft an jene Nägel, mit denen Jesus laut den Überlieferungen ans Kreuz fixiert wurde. Das Wort „Nelke“ stammt aus dem Mittelniederdeutschen und bedeutet dabei nichts anderes als „Nägelchen“.

 

Die Gewürznelke als Heilpflanze

 

Die Gewürznelke vermag viel mehr, als nur unsere Speisen exotisch zu verfeinern. Bereits geringe Mengen der Gewürznelke können dabei schon eine große Wirkung entfalten. Grund hierfür ist der hohe Anteil an ätherischen Ölen. Nelken werden oft schwerverdaulichen Speisen zugesetzt, um die Verdauung zu unterstützen. Die Gewürznelke kann als Magen-Bitter eingesetzt werden und sie kann bei einem Magen-Darm-Infekt sehr hilfreich sein. Für einen verdauungsfördernden Tee benötigt man auf eine Tasse [200 ml] heißes Wasser nicht mehr als 4-5 Nelken. Nelken können auch ferner bei Meteorismus und Flatulenz eingesetzt werden.

 

Nelkenöl hat auch eine analgetische, also schmerzlindernde Wirkung und ich erinnere mich nur zu gut daran, dass die Erwachsenen in meiner Kindheit Nelken bei Zahnschmerzen erfolgreich anwendeten.

 

Nelkenöl beseitigt in der Ketose den acetonartigen Mundgeruch, auch bei der Mundpflege ist die Nelke in der Lage, ähnlich wie der Salbei, Entzündungen zu hemmen und desinfizierend zu wirken. Bei zahnenden Kindern kann ein Nelkensud zur Schmerzlinderung verwendet werden [max. 1-2 Nelken].

 

Doch Nelkenöl kann noch viel mehr, denn neben den bereits erwähnten Eigenschaften wirken die Inhaltsstoffe des Gewürzes spasmolytisch [entkrampfend] und stechende Arthrosen- und Rheumaschmerzen lassen sich durch eine gezielte Einreibung mit Nelkenöl sehr gut lindern. Auch als Zugabe in einem Vollbad entfaltet die Nelke ihre wohltuende Wirkung, dabei muss lediglich darauf geachtet werden, dass ein Emulgator verwendet wird [z.B. Sahne].

 

Die Gewürznelke vermag es, lästige Insekten abzuwehren und selbst dann, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist und man gestochen wurde, lindert Nelkenöl den quälenden Pruritus [Juckreiz]. Ein 15-minütiges Fußbad mit Nelkenöl wirkt auch zur kalten Jahreszeit Wunder, aber auch bei grippalen Infekten. Auch hier ist es erforderlich, einen Emulgator im Fußbad zu verwenden, da sich das Nelkenöl ansonsten nicht im Wasser verteilen lässt und lediglich auf der Oberfläche schwimmt.

 

Nelkenöl für Baucheinreibungen und Colonmassage

 

Ähnlich wie Kümmel- und Fenchelöl lässt sich Nelkenöl für Baucheinreibungen und für die ketogische Colonmassage einsetzen. Bei Magen-Darm-Beschwerden, Koliken, Darmproblemen und Blähbauch kann eine Einreibung mit [warmen] Nelkenöl wahrlich ein Segen sein. Über die ketogische Colonmassage werde ich in einem anderen Beitrag berichten. Die ketogische Colonmassage ist fester Bestandteil der sogenannten ketogischen Praktik.

 

Besondere Hinweise zum sicheren Gebrauch von Nelkenöl

 

Nelkenöl sollte niemals auf offene Wunden aufgetragen werden. Ähnlich wie beim Zimt und der Muskatnuss, kann die Gewürznelke bei Schwangeren frühzeitige Wehen auslösen. Deshalb sollte während der Schwangerschaft darauf verzichtet werden. Eine orale Überdosierung kann Intoxikationen [Vergiftungen] hervorrufen und deshalb sollte man das Gewürz stets sparsam einsetzen. Dies gilt insbesondere für Kinder und ältere Menschen.

 

Nelkenöl selbst herstellen

 

Nelkenöl kann entweder fertig im Handel erworben werden, oder aber, man stellt sich sein Nelkenöl selbst her. Da ich grundsätzlich ein experimentierfreudiger Mensch bin, käme es für mich niemals in Frage, ein fertiges Öl zu kaufen. Eine Kombination von Nelken, Fenchel und/oder Kümmel ist ebenfalls empfehlenswert. Persönlich würde ich Nelkenöl wegen der Gefahr einer Intoxikation niemals bei Kindern als Interna [also oral] verwenden.

 

Für 400 ml Nelkenöl benötigt man:

 

400 ml Mandel- oder Olivenöl als Basis

200 Gramm Gewürznelken

100 Gramm Kümmel [oder Fenchel oder je 50 g Fenchel und 50 g Kümmel]

 

 

Bei der Herstellung des Öles ist es wichtig, die getrockneten Gewürznelken [und den Kümmel/Fenchel] zu zerstoßen. Je feiner die Nelken, desto schneller lassen sich die Inhaltsstoffe beim Erhitzen aus den Gewürznelken lösen.  Das Ölgemisch wird mitsamt den anderen Ingredienzien bei geringer Stufe langsam und gleichmäßig erhitzt. Die Gesamtdauer sollte etwa 30-40 Minuten betragen. Eine Konzentration des Öles durch erneutes Aufbereiten ist nicht notwendig, da die Gewürznelken einen hohen Anteil an ätherischen Ölen aufweisen. Nach dem Erhitzen lässt man das Öl abkühlen und gibt es im Anschluss durch ein feines Sieb bzw. durch einen Teefilter. Dies ist deshalb notwendig, um alle festen Bestandteil aus dem Öl zu entfernen, das sie bei der Verwendung des Öles [zum Beispiel bei einer Einreibung] einfach nur stören würden. Das Nelkenöl ist in einer Braunflasche über Monate hinweg haltbar und entwickelt erst nach mehreren Tagen das volle Aroma.

 

 

 

 

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