Mit "Hight-Fat" und "No-Carb" gegen Bluthochdruck [arterielle Hypertonie]

November 21, 2018

Mit „High-Fat“ und „Low-Carb“ [also „keto“] gegen den Bluthochdruck

 

Vielleicht gehörst auch du zu jenen Menschen, die an einer arteriellen Hypertonie leiden. Es ist ein leidiges Thema und doch muss ich es an dieser Stelle aufgreifen. Ich trete dem „Establishment“ einmal entgegen und behaupte steif und fest, dass die seit Jahren geltenden Empfehlungen der DGE [Deutsche Gesellschaft für Ernährung] für den Allerwertesten sind. Sie sind auch mitunter der Grund, warum wir in Deutschland fast eine Million Kinder und Jugendliche haben, die bereits in jungen Jahren an Bluthochdruck [arterielle Hypertonie] erkrankt sind. Bei den Zahlen der Erwachsenen wird es mir dann so richtig schlecht: Etwa 20-30 Millionen Menschen in Deutschland haben einen pathologisch erhöhten arteriellen Blutdruck – dies bedeutet, dass jeder 3. Bürger hierzulande davon betroffen ist.

In den letzten Jahrzehnten wurde immer wieder gepredigt, wir sollten uns fettarm und kohlenhydratreich ernähren. Gesagt getan, das Ergebnis dieser irrsinnigen Ernährungs-Empfehlung sind Übergewicht und Adipositas. Genützt hat es wohl lediglich jenen Menschen, die damit ihr Geld verdient haben und weiterhin verdienen [z.B. die Pharma-Industrie].

 

Was wir sehen können ist eine allgemeine, unverkennbare Zunahme an Körperfett bei der Bevölkerung. Damit jedoch nicht genug, denn mit dem Übergewicht kommt dann selbstverständlich auch noch Bluthochdruck und Diabetes mellitus hinzu, um nur einige Folgen dieser Ernährungsempfehlung an dieser Stelle zu benennen. Die DGE würde in US-Amerika wohl schon lange vor Gericht stehen und sie hätte schon lange mehr als nur eine Schadensersatzforderung in Millionenhöhe am Hals. 

 

Wenn man sich nun die Entwicklung in Deutschland anschaut, dann kann man beobachten, dass aber nicht nur das durchschnittliche Körpergewicht der Menschen zugenommen hat. Mit dem Anstieg des Körperfettanteils stieg auch parallel dazu der Gesamtanteil an Cholesterin – und das, obwohl man sich lange Zeit an der Faustregel orientierte, maximal 1-2 Eier in der Woche zu verzehren. Ich erinnere mich nur zu gut daran, dass mir meine Mutter stets sagte, ich solle doch bitte nicht mehr als 2 Eier beim Sonntags-Frühstück verzehren. Gott sei Dank weiß man heute, dass dieser Mythos völlig haltlos ist. 

 

Abbildung: Lange Zeit wurde behauptet, dass der Verzehr von mehr als 2-3 Eier in der Woche zu Gesundheitsschäden führe

 

 

Die zentrale Frage, die man sich nun an dieser Stelle einfach stellen muss ist folgende: Aus welchem Grund entwickeln wir eine arterielle Hypertonie durch eine kohlenhydratreiche Ernährung? Es liegt die Vermutung nahe, dass dahinter nicht anderes als eine Insulinresistenz steckt. Selbstverständlich gilt dies nicht immer und für jeden Hypertoniker, denn es gibt unzählige andere Erkrankungen, die ebenfalls Herz-Kreislauf-Erkrankungen zur Folge haben. Doch mir geht es hier um jene Betroffenen, bei denen die Hypertonie eben nicht [zunächst] renal oder kardial begründet ist. Noch heute gibt es eine Vielzahl von Ärzten, die bei der Diagnose von Bluthochdruck einen „klassischen“ Behandlungsansatz wählen. Dieser sieht dann wie folgt aus:

  • eins, zwei oder auch drei Medikamente gegen den Bluthochdruck [Antihypertensiva]

  • noch weniger Fette zu sich nehmen

  • weniger Salz zu sich nehmen

  • Kalorien einschränken

  • evtl. etwas Bewegung oder Sport

Und doch geht die Rechnung in viel zu vielen Fällen nicht auf, die Betroffenen sind ein Leben lang auf die Medikamente angewiesen und leben über Jahrzehnte hinweg mit einem pathologisch veränderten Bluthochdruck, der dann irgendwann im Apoplex oder Myokardinfarkt endet. Doch diese "klassische Rechnung“ wird nicht aufgehen, solange Kalorien statt Kohlenhydrate reduziert werden. Die Rechnung wird auch nicht aufgehen, wenn wir Fette grundsätzlich verteufeln und meinen, dass hochwertiges Stein- oder Meersalz reduziert werden muss, um gesünder zu leben.

 

Warum sind Kohlenhydrate ein Problem für unseren Organismus und warum verursachen sie auf lange Sicht gesehen eine arterielle Hypertonie?

 

Um zu verstehen, welcher Mechanismus hier zugrunde liegt, müssen wir uns anschauen, wie der Organismus Zucker verarbeitet. Man weiß, dass ein gewisser Anteil des zugeführten Zuckers in den Hepatozyten der Leber verstoffwechselt wird. Der andere Teil hingegen dient den extrahepatischen Strukturen als Energielieferant. Nun produziert unser Körper beim Abbau von Zucker harnpflichtige Substanzen und so wird beispielsweise die Fruktose zu 100% in der Leber metabolisiert. Je höher dabei der Anteil an Fruktose ist, desto höher ist auch der Anteil an harnpflichtigen Substanzen – und genau damit hat unser Organismus ein Problem.

 

Harnsäure & Stickstoffmonoxid

 

Die sogenannte Harnsäure ist  eine solche harnpflichtige Substanz und sie ist u.a. ein Nebenprodukt des „Zucker-Metabolismus“. Der erhöhte Harnsäure-Spiegel führt jedoch zu einer Suppression von Stickstoffmonoxid. Bei dem Stickstoffmonoxid handelt es sich um ein bioaktives Molekül, dass in unserem Körper für eine Vielzahl von Prozessen verantwortlich ist [z.B. Signaltransduktion im Gefäß- und Nervensystem]. Genau das ist nämlich eines der Probleme: Da wir sozusagen rund um die Uhr Kohlenhydrate zu uns nehmen, liegt eben auch rund um die Uhr eine erhöhte Harnsäure-Konzentration vor. Diese wirkt sich nun aber negativ auf die Signaltransduktion aus und statt für eine Dilatation  [Erweiterung der Blutgefäße] der Gefäße zu sorgen, kommt bzw. bleibt es bei einer Vasokonstriktion, also einem verengten Gefäß-Lumen. In der Folge steigt auch parallel dazu der Blutdruck exponentiell an.

 

Neben der mangelnden bzw. eingeschränkten Fähigkeit zur Vasodilatation kommen nun weitere Faktoren hinzu. Wer dauerhaft große Mengen an [ungesunden] Kohlenhydraten zu sich nimmt, der sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel permanent erhöht ist. Unser Organismus ist fast nur noch damit beschäftigt, Insulin zu produzieren und den Blutzuckerspiegel zu senken. Doch um gesund zu bleiben, muss eben dieser Blutzuckerspiegel innerhalb einer ganz bestimmten Grenze liegen. Dies ist jedoch bei der empfohlenen Menge schlicht und ergreifend nicht möglich.

 

Eine derartige Ernährungsweise führt zum [oder fördert zumindest] Ausbilden einer Insulinresistenz. Deshalb ist die arterielle Hypertonie in vielen Fällen einfach die Folge eines dauerhaft ungesunden Lebensstils.

 

Ein weiterer Aspekt ist die Viskosität des Blutes. Ist der Blutzucker permanent erhöht, wirkt sich dies unweigerlich auch auf die Fließgeschwindigkeit und den Druck aus, mit dem das Blut durch das Gefäßsystem transportiert werden muss. Auch dies wirkt sich selbsterklärend negativ auf den arteriellen Blutdruck aus.

 

Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte führen ferner dazu, dass sich die Glukose bei erhöhten Konzentrationen an Gewebsproteine bindet. Dies kann praktisch überall im Organismus geschehen, unabhängig davon, um welche Gewebeart es sich handelt. Über den Glukations-Prozess hatte ich bereits in einem anderen Artikel berichtet. In Verbindung mit erhöhten Insulinspiegeln führt der hohe Blutzuckergehalt zu Veränderungen an der Innenauskleidung der Blutgefäße und auf diese Weise wird eine Verhärtung der Arterien [Arteriosklerose] gefördert. Eine mangelnde Flexibilität der Blutgefäße führt unweigerlich zu einer Erhöhung des Druckes. Für das Herz und seine Koronargefäße bedeutet dies jedoch auf Dauer ein erheblich gestiegenes Infarkt-Risiko.

 

Hier nun einige Fakten zur arteriellen Hypertonie:

 

- aktuell leiden bis zu 30 Millionen Menschen in Deutschland an einer arteriellen Hypertonie

 

- jeder dritte Bürger ist davon betroffen

 

- lediglich 4 von 5 Betroffenen wissen um ihre Erkrankung und befinden sich auch in ärztlicher Behandlung

 

- von den wissenden Betroffenen lassen sich etwa 88% von ihrem Arzt behandeln

 

- ¾ der behandelten Personen erreichen unter einer konventionellen Therapie mit Antihypertensiva Werte unterhalb des Grenzwertes von >120/80 mmHG

 

- schätzungsweise bis zu 1.000.000 Kinder (!) leiden bereits heute an einer arteriellen Hypertonie, zum aktuellen Zeitpunkt existiert in der EU keine einheitliche Definition ab wann man beim Kind von einer arteriellen Hypertonie sprechen kann, allerdings gibt es hunderttausend (dokumentierte) pathologische Fälle

 

- die wichtigsten Gegenmaßnahmen (bereits im frühen Kindesalter), um sich vor einer arteriellen Hypertonie zu schützen sind ein gesunder Lebensstil, körperliche Aktivität und ein physiologisches Normalgewicht

 

Definition „arterielle Hypertonie“

 

Es gibt derzeit durch die WHO international festgelegte Kriterien zur Einschätzung einer arteriellen Hypertonie und diese besagt, dass eine arterielle Hypertonie dann vorliegt, wenn dauerhaft und situationsunabhängig (also unabhängig von der physischen Belastung) ein systolischer Blutdruck höher als 140 mmHg oder ein diastolischer Blutdruck größer als 90 mmHg vorliegt. Als grenzwertig gilt aktuell ein systolischer Blutdruck von mehr als 120 mmHg oder ein diastolischer Blutdruck höher als 80 mmHg.

 

 

Einteilung der arteriellen Hypertonie

 

Man unterscheidet folgende Formen der arteriellen Hypertonie:

 

-          primäre arterielle Hypertonie

-          sekundäre arterielle Hypertonie

 

Eine primäre Hypertonie liegt immer dann vor, wenn die Erkrankung ohne erkennbare Ursache entsteht, also idiopathisch. Diese Form bezeichnet man auch als essentielle Hypertonie. Sie stellt den größten Anteil aller Hypertonie-Erkrankungen dar mit etwa 85% bei Erwachsenen.

 

Die sekundäre Hypertonie ist eine Form des Bluthochdruckes, die als Folge einer anderen körperlichen Erkrankung heraus entsteht. Die sekundäre Hypertonien machen nur einen geringen Anteil aller Fälle mit etwa 15% aus. Mögliche Ursachen für eine sekundäre Hypertonie können u.a. sein:

 

-          Nierenerkrankungen (Renale Hypertonie)

-          Hyperthyreose

-          Akromegalie

-          Cushing-Syndrom

-          Gefäßerkrankungen wie Stenosen oder Vaskulitis

-          Tumoren (Renin produzierende Nieren Tumoren beispielsweise)

-          chronisches Schmerzgeschehen

-          Medikamente

-          etc.

 

Vorübergehend können arterielle Hypertonien auch durch einen Abusus (Missbrauch) von Medikamenten, Drogen und Giften entstehen.

 

Die European Society of Hypertension ESH unterteilt den Schweregrad der arteriellen Hypertonie wie folgt:

 

Grad I                   140-159 mmHg                90-99 mmHg

Grad II                  160-179 mmHg                100-109 mmHg

Grad III                 ab 180 mmHg                    ab 110 mmHg

 

Warum die arterielle Hypertonie ein großes Problem ist

 

Nun möchte man fast schon meinen, dass eine arterielle Hypertonie kein allzu großes Problem für unseren Organismus darstellt und im schlimmsten Falle, greift man zu ein Paar Pillen und dann hat sich die Sache. Weit gefehlt, denn tatsächlich ist ein dauerhaft erhöhter Gefäßdruck für unsere Gesundheit ein enormes Problem. Die Hypertonie führt zu Organschäden, dabei können alle Strukturen betroffen sein und so reicht die Palette von Schädigungen an den Augen, über das Herz bis hin zu den Nieren. Die Schäden, die dadurch entstehen, sind irreversibel.

 

Pathophysiologische Prozesse

 

Die pathophysiologischen Prozesse der essenziellen Hypertonie sind tatsächlich so komplex, dass ihr Entstehungsmechanismus bis zum heutigen Tage noch nicht vollständig aufgeklärt werden konnte. Da der arterielle Blutdruck von vielen Faktoren beeinflusst wird, ist es schwer, die Prozesse im Detail aufzuschlüsseln. Allerdings gibt es einige Faktoren, von denen man definitiv weiß, dass sie zu pathologischen Veränderungen führen können. Diese Faktoren sind u.a.:

 

-          das zirkulierende Blutvolumen

-          die Viskosität des Blutes und somit seine Zusammensetzung

-          das Herzzeitvolumen HZV

-          die Elastizität der Gefäße

-          die Beschaffenheit der Gefäße im Querschnitt

-          die hormonelle Situation (z.B. Renin-Haushalt)

-          und die neuronale Stimulation des Gefäßtonus etc.

 

Wie man hier unschwer erkennen kann, handelt es sich also um ein komplexes, multifaktorielles Ereignis.

 

Risikofaktoren

 

-          genetische Prädisposition und hereditäre Faktoren

-          Nikotinabusus

-          Übergewicht, Adipositas

-          Bewegungsmangel

-          Stress

-          Alkoholabusus

-          Malnutrition

 

Therapie

 

Die Therapie der arteriellen Hypertonie orientiert sich hierzulande allzu häufig leider lediglich an der medikamentösen Therapie. Dabei könnten so viele weitere Maßnahmen ergriffen werden, um der Hypertonie entgegenzuwirken. Medikamentös setzte man diverse Derivate ein, so zum Beispiel Betablocker, ACE-Hemmer, Diuretika oder AT1-Antagonisten.

 

Betarezeptorenblocker (Betablocker) wirken an den sogenannten Beta-Adrenozeptoren und sie verhindern die Wirkung des Stresshormons Adrenalin und des Neurotransmitters Noradrenalin kompetitiv. ACE-Hemmer sind Inhibitoren, also hemmende Substanzen, die das Angiotensin-konvertierende Enzym ACE beeinflussen, dieses ist maßgeblich an der Regulation des arteriellen Blutdruckes beteiligt. Diuretika greifen in den Wasserhaushalt des Körpers ein und führen zu einer verstärkten Diurese. Dabei kommt es zu einer Entlastung des Gefäßsystems durch das Austreiben von Flüssigkeit.

 

 

 

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